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752 Edition der Briefe
Brief Nr. 194
Marianne Pirker aus Karlsruhe an Franz Pirker in London,
15. Juli 1749
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker a Londres at the orange Coffè house in panton the
heumarkt.
p[a]r Amsterdam [unbekannt:] | Franco |
[Franz Pirker:] | No. 9. von Carls-Ruhe. vom <x> vom 15t[en] July. |
CarlsRuhe d[en] 15 July 1749:
Herzallerliebster pirker.
NB: heute hofe fort zu geh[en] und der papa geht wider nach Hauß. Arme Marian-
nel wie muß ich mich plag[en], um vort zu komme[n] die schöne mode an unsern
Hoffe hast du auß mein[em] vorig[en] gehört, daß mann denen so in Diensten
bleib[en] nichts giebt nun bilde dir ein wie ich die reiße angetrett[en] habe, dann
an d[en] Ming[otti] zu schreib[en] war ich nicht mehr a tempo, was zu thun? meine
2: ringe habe wieder um 100 À. versezt, indeßen trift mich das unglük daß der
phillip schon über ein Jahr die gräzen hat, und unmöglich mehr dien[en] kan ohne
sich curir[en] zu laßen, muß dahero bitt[en] und seiner gnade leben daß er mich so
weit es möglich bekleydet, hernach muß ich ihm 11. oder 12. ducaten lohn geb[en]
so ich ihm schuldig De[n] Eltern habe kein[en] Kreuzer lassen können. mithin
habe ein wenig da und dort zusamm[en] gebettelt, nemlich bey Herrn Margraf von
Durlach habe gesung[en], und 58: À. bekomm[en], alsdann bin ich /: überall in
Compagnie des papa :/ nach Rastatt, allwo ich mit gröst[en] freuden empfang[en]
word[en] und mit groß[en] Beyfall gesung[en], auch dort[en] 12: ducat[en] be-
komm[en], allei[n] in Wirthshauß macht[en] sie mich über nacht 13 À. zahl[en]
habe alßo wenig erspahrt, prinz augusts Gemahlin war sehr gnädig. prin [sic]
august wolte ich solte mitwoch nach Baad[en], allein es ist völlig auß mein[em]
weeg, und hätte [S. 2] dabey 3. Däge verlohr[en], ohne der groß[en] Spesen in
Wirthshauß, würde auch über 50 À. nicht bekomm[en] hab[en], ohne den disgusto
so ich an mein[em] Hofe eingelegt hätte, habe mir dahero dieße gnade zu mei-
ner Zurukkunft fürbehalt[en]. ob ich mich mit d[em] hin und her fahr[en], nach
d[em] Eßen um 3. uhr sing[en] in einer unerträglichen Hize, gleich ein[em] Hunde
fatickirt laße ich dir selbst errathen. gott hilft mir doch dieße Reiße ohne Krank-
heit übersteh[en], dann die Hize ist unbeschreiblich, d[en] tag vor meiner abreise
von stuttgard habe mir ader gelassen auf d[em] fuß d[en] andern tag in der 2:t[en]
post wurd[en] wir umgeworffen, und ob es zwar auf des papa seit[en] ¿ehle so
habe ich doch im anhalt[en] meine rechte Hand verstaucht, und erst je mehr und
mehr emp¿nde, daß mir der ganze arm wie ein Bley ist. lieber pirker ich hofe der
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur