Page - 816 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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816 Edition der Briefe
Brief Nr. 214
Marianne Pirker aus Kopenhagen an Franz Pirker in London,
31. August 1749
A Monsieur
Monsieur Franoois Pirker a Londres at the orange Coffè howse in the heumarkt.
[unbekannt:] | at Monsieur Vote, in new Covet Frogmorton Street |
[unbekannt:] | Franco Amsterd[am] |
[Franz Pirker:] | No 3. \4/ von Coppenhag[en] nel 2do soggiorno vom 31t[en] Aug[ustij] |
Coppenhagen d[en] 31: agosto 1749.
Carissimo pircher
visare dellތanima Mia. ach lieber pirker ich habe anders im Herzen, als wie dießer
Narr zu scherz[en]. wiße daß ich auf der verÀucht[en] Reiße einen solchen Hus-
ten bekommen, daß es fast in ein seit[en]-stechen außgefallen wäre, du weist daß
ich eine große feindin vom Bett bin, alleine es sind nun 10. täge daß ich solches
hütten muß, heute habe sogar die sprache verlohren, das ¿eber habe beständig,
und in 10 tagen sollen wir in scena gehen, en¿n ich be¿nde mich sehr schlecht,
und so du nicht bald kommst, wirst du mich schwerlich mehr sehen sorge nicht
daß deine Briefe verlohren gegangen, ich habe sie leider alle bekomme[n], und
wäre mir lieber gewest dich selbst zu sehen. allerliebster pircker der Kopf er-
laubt mir nicht dir außführlich zu schreib[en], alleine ich schwöre dir zu Gott
daß ich mich ermorde[n] muß, dann der Jozzi ist unerträglich, indeme mein titel
bestehet in put[tana] und buz[zerona] und verlangt sogar daß der M[ingotti] nicht
in mein Zimmer kommen soll, Gott ist mein Zeige daß ich d[en] M[ingotti] wie
den teufel hasse, in somma so du nicht kommst, so muß ich crepir[en], wann
du hier wärest so würdest du dein[en] lieb[en] J[ozzi] zum teufel schicken: ach
wie bin ich unglückl[ich] ruinata e moribonda, ohne studir[en] zu dörf[en] noch
kenne[n], und muß das Buch auch übersez[en], gott weiß wie ich mich be¿nde,
ich habe die copiatur biß dato aufgezog[en], alleine [S. 2] ich werde absolute es
jemand andern überlaßen müßen. Du kanst nicht glaub[en] wie ich mich zörne
gewieße Kiehlheit[en] in dein[en] Brif[en] zu sehe[n] was meinstu dann daß wir
erst auf Weynacht[en] agir[en] soll[en], daß du die aria mit den[en] sach[en] nach
Hamb[urg] schickts, jest brauche ich sie, und hab sie nicht. poi solt[en] wir dich zu
Hamb[urg] erwart[en], mio dio mio dio. ich habe dir auf Hamburg geschrieb[en]
daß du Kleinigkeit[en] mit nehm[en] kanst, absonderl[ich] die strümpf, villeicht
könn[en] wir auch die Doß[en] und uhr hier anbring[en], en¿n biß dato sind
wir alle klückl[ich] geweße[n], mann muß Ihne[n] aber kein present offerir[en],
sonst würde mann sie in malice sezen. wann die somma von de[n] sach[en] nicht
gar zu groß, so werde Herrn porta bitt[en], daß er das gelt zahlt, wann sie nach
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur