Page - 887 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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70 die Opera halten läßt :/ dissimulirt, so jagt sie die Opern wieder zum Teufel.
Marianin, und Casarini kennet ihr schon. Ghiringhela auch, die noch das beste
meuble und der tenor. jene macht 2do uomo. Nichtmehr die taccarini, sondern
eine Milanese, ohne triller und sonsten schlecht, senza saper la musica, ist die
2da Donna. Der Tenor hat habilitè, aber keine musiqs, und singt den Gehör nach.
So gar ultima parte ist für come tale cattiva. [S. 3] Jetzt zu unsern affairen. Wegen
den Pasqualino habe ich der Sache recht reiÀich nachgedacht, und ich glaube,
daß ich es ganz richtig errathen habe, daß seine familie die ihnen so leicht nicht
mehr zustossende favorable occasion herzlich gerne ergreiffen möchte, denn
2 Brüder accomodir[en] ist kein geringes, und vieleicht noch vom Canonicat die
Helfte od[er] das Drittel indessen ziehen, allein sie haben sich in Kopf gesezet, daß
die Hiz im Monat August dem Pasqua[lino] schaden möchte, dessentwegen möch-
ten sie es gerne weiter hinaus trainiren: des Bruders Brief, und das attestatu[m]
medicu[m] lauten nicht überein. Jener sagt: Un tal avenimento può solamente
far ritardare la sua partenza, ma non toglierà a noi la sorte di poter godere lތalta
protezzione di Sua Altezza Serenissima, quantunq[ue] la sua convalescenza
obligasse a ritardare di venire al servizio del m[e]d[esi]mo Serenissimo, il che
dipenderà della Sollecita guarigione, e dal totale ristabilimento della salute. Her-
nach in einem andern sito: Il Latte NB zum Fieber, li và giovando più dތognތaltro,
sembra in oggi alquanto megliorato, e quasi senza febre. Dieser, nemlich der
Medicus in seinem hochgelehrt[en] attestat[um] schreibt nach einen langen Ge-
schwäz: non essere in stato dތintraprendere qualunque viaggio, ancor che breve,
ma aver bisogno di una lunga cura in aria di villa con astenersi per qualche tempo
notabile dalla solita applicazione di Violino. Wer die Attestata medica, bevor aus
[S. 4] in Italien, kennet, erschrikt nicht so sehr hierüber. Die Licenz halte ich
auch so gut als ausgewirket, denn ich nemme es aus der Art zu schreiben des
Sebasti[ano] Bini gewahr, und eben dessentwegen war ich willens es zuwagen
an Abbate Miloni zu schreib[en], da mir es nun von Stutgart \von dir/ gleich-
falls geschrieb[en] \wird/, so werde ich es morgen um so viel mehr thun: dem
Sebastiano Bini aber werde auf alle strittige puncte[n] schon so, jedoch mit der
besten Art, zu begegnen wissen, daß er begreiffen soll, daß sie mit keinen C[ujone]
zu thun haben. In übrigen versichert mich der Scarlati, und die Barbara Stabile
ohne zu wissen warum ich gefragt, denn ich sagte: Signor Maestro, come era lei
servito a Reggio dal Signor Pasqualino? daß er nicht mehr der brave director seye
wie bevor: daß er nur seinen part spiele, ohne das theater, od[er] das Orchester
anzublicken. Das erstere zwar geschehe aus Scrupl wegen den Sängerinen, bey
\den/ Ballets aber sezte er sich gar mit dem Ruck[en] gegen den theater. Alles
dieses leztere vom Scarla[ti] sch halte in der größt[en] Geheime, wie auch die
folgende projecte, denn ich schreibe es darum teutsch, daß du es auch für jeder-
man, du verstehest mich schon verborgen halten könnest. Mir liegt unendlich
daran, daß er komme aus 24000 Ursach[en], wie du dir leicht einbild[en] kanst,
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur