Page - 888 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
Image of the Page - 888 -
Text of the Page - 888 -
888 Edition der Briefe
75
80
85
90
95
100
105
110 habe auch mein Bestes und möglichstes gethan, werde es auch noch thun allein
wenn alles vergebens, [S. 5] so wüste ich 2 Vorschläge. Der erste ist gefärlich,
wegen der künftigen Einnistlung, denn es könte, der so jezt nach Stutgart als erste
kommt, gereuen nacher Engeland zu geh[en], od[er] \möchte/ zurukkommen,
sonst könte ihr Mann per interim der erste Geiger seyn. 2do: hat der Piantanida
zu meinen musiketo da er von Bologna abgereiset, gesagt, er höre, das daß der
Pasqual[ino] Schwürigkeiten mache dorthin zu gehen, wenn ers wüste, daß er für
fähig erkennet würde, so wolte er gleich hin kommen, denn er mögte ohnedem
nicht mehr in Bologna bleiben. Morgen mus der Jung aber nur vor sich selbst
schreiben, aß er sein Forderung mach[en] solte, und mit dem Beding, daß er auf
den ersten Brief ohne Verzug abreisen müßte. Wäre er nun dem Herrn anständig,
so könte er gleich kommen, weil schon im voraus alles richtig, aber nur unter
der Hand, und conditionatè, nur um Zeit zu gewinnen, von mir wird gerichtet
\gemacht/ werden. Solten auch die in Pesaro, wie ich zwar nicht glaube, was innen
werden, so würden sie sich desto ehender bequemen. Dieser lezte ist ein braver
Alleinspieler, wie ihr selbst wohl wisset, und ist auch unvergleichlich zum
Orchester führen. Findest du es für gut, so entdecke es dem andern, und traget
es der Herrschaft vor. [S. 6] Just dergleichen Sachen, und Comissions solst du dir
zu nuzen machen expressè zu der Herzogin zu begehr[en], ihr die Sach explici-
ren, daß sie es dem Herrn vortrage, weil der andere entweder etwas vergessen,
od[er] wie er so geschwind redt, nicht recht verstanden werden möchte. Wegen der
Viscon[ti] wenn ich hinkomme, weis ich gewis, daß ich Gelegenheit haben, und
mir die Freiheit nehmen werde ein meine Gedanken hierüber zu expectoriren
gegen die Cicina. Wegen den Julio habe ich in meinen andern Brieff[en] schon
gemeldet, daß er frei, und mit mir wolle, auch seine pr tension, heute habe ihm
euren Vortrag und resolution expliciret, worauf er mir zu Antwort gegeb[en]: Che
lui si rimetti tuttތa fatto al Signor Jozzi, e che verrà meco. Der Mingotti tractirt
die Barbara Stabili nach Coppenhag[en], Ich glaube aber nicht, daß was daraus
werde. Pecuni , pecuniarum ist der Hauptpunct, den ich eusserst recomandire,
sonst gute Nacht per sempre mit allen Reisen, project[en] comission[en] pp und
Uns allen. Herr Eichler hat selbst geschrieben und die Verse geschickt. Den Orden
habe auch bestellet, daß er komme, ich werd ihn mitbring[en]. Ho grandissima
compassione col povero Signor Paganelli, ed auguro la convalescenza di tutto mio
cuore. Die Ringe von Mingotti habe längstens in Händen, hoffe auch ehensten
die Bezahlung. Wegen des Julio Weib ist ein Traum lang nicht so närrisch, wie
dieser Gedanken. An die lieben Kinder 1000fältigen Grus. An alle gute Freunde
mein gegen Compl[iment][.] An Monsieur Neusinger gehorsa[msten] Dank wegen
seinen Zeilen, er wird bedienet werden. Adio. ich ersterbe dein getreuer Pirker[.]
VORLAGE: HStAS, Signatur A 202 Bü 2839, 1 Doppelblatt und 1 Einzelblatt, 6
beschriebene Seiten.
back to the
book Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2"
Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur