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30 Brief Nr. 242
Franz Pirker aus Venedig an Marianne Pirker in Ludwigsburg,
25. Juli 1753
A Madame
Madame Marianne Pirker Virtuosa di Camera au Service de Son Altesse Sérénis-
sime Monseigneur le Duc de Wirtemberg p à Stougart. louisbourg
Par augsbourg.
No 8.
Venedig den 25t[en] July 1753
Wehrteste Marianna.
Dein lezteres von 15t[en] habe ich den 23t[en] huj[us] erhalten, und ist leicht zu errahten,
daß solches mich vor Freud[en] fast ausser mich selbst gesezet hat, und zwar um
so viel mehr, daß, da ich mich stracks zum Maracci verfüget, derselbe mir un-
gefragt selbst seine erhaltene gleichmässige Ordre communiciret, worauf ich mit
einem sardonisch[en] Gelächter eine höÀiche, jedoch puntiliose Antwort gegeben,
daß ich nur niemahl würde die Freiheit genohmen haben etwas an ihn zu fordern,
wenn ich nicht mehr als zu sicher von meinem fait gewesen wäre. Nun erwarte
ich mit gröster Sehnsucht die Post von Rom, und Pesaro die noch bishero nicht
angekommen. Indessen winsche ich dir alles Vergnügen und Wohl vom Herzen
zu deinen NahmensTag, den ich wohl nicht geglaubt hätte, daß ich ihn in Italien
passiren würde. Ich gratulire indessen abwesend hierzu, und der Loysel bite mei-
nen Glückwunsch zu ihren GeburtsTag gleichfalls zu participiren. Dein Datum
ist von Stutgart, ich bilde mir aber ein, daß es verschrieben und Ludwigsburg
heissen solle. Alle Comissions werd[en] jezt exactè effectuiret werd[en]. [S. 2]
Die Frau Schwester von Monsieur Jozzi hat mir bishero noh noch nicht selbst
geantwortet, allein bey hiesigen Banquier habe sichere Nachricht eingehohlet,
daß Sie das Geld ganz richtig empfangen habe vermög riscontro von seinem
dasigen corrispondenten. Wenn Signor Jomelli wird in Stutgart angelanget seyn,
so müßt ihr euch nicht wundern, wenn er von mir niemals des Pasqualino wegen
eine Nachricht oder Meldung erhalten, in dem ich es gerne, und zu Àeis so gethan
habe, weil ich mit recht geforchten habe, daß er nicht in seiner Compagnie gerne
reisen würde, und weil er dazumahl, wie in meinen vorigen öfters ge berichtet
habe, ohnedem wenig Lust bezeuget hat persönlich zu kommen, so habe ihm
nicht selbst Gelegenheit in die Hände geb[en] wollen mehrere Schwürigkeiten zu
machen. Wenn es etwa nötig wäre, so lasset dieses zu meiner Legitimation an
Höchste Personen gelangen. Vor allen rathe ich den Luchini zu verhinderen,
welches sich Monsieur Jozzi höchstens mus angelegen seyn lassen, daß er nicht
im Orchester mitspiele, wenn ich den Pasqualino mitbringe, denn dieser ist ein
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur