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917Anhang
wo er zusammen mit dem Abenteurer Giuseppe d’AfÀisio von Casanova in die Gesell-
schaft eingeführt wurde. Es folgten Engagements in Russland und Polen (1765) sowie
in Stuttgart (1771), bevor er 1776 wieder nach Italien zurückkehrte. Dort trat er gemein-
sam mit seiner zweiten Frau Teresa auf, nachdem er sich, laut Casanova, von Ancilla
inzwischen getrennt hatte. Für das Jahr 1769 ist Campioni am King’s Theatre als „director
of the dances“ bezeugt, danach verliert sich seine Spur. Campioni war, Casanova zufolge,
ein ebenso großer Tänzer wie Spieler, und aus den Briefen der Pirkers geht hervor, dass
er auch Liebschaften nicht abgeneigt war (Brief vom 10. September 1748, 14). Außerdem
soll er zeitweise geplant haben, im Little Theatre am Haymarket eine Opernunternehmung
in Konkurrenz zu Middlesex zu etablieren. Der Plan scheiterte jedoch (Briefe vom 7. und
21. Januar 1749, 93 und 99).
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Als Sohn eines Chirurgen und Barbiers durchlief er eine Ausbildung zum Chirurgen. 1729
ließ er sich in Hamburg nieder und errang recht bald auch über die Grenzen seiner Vater-
stadt hinaus großen Ruhm als geschickter Arzt. Zu seinen Freunden zählte u. a. der
Dichter Friedrich von Hagedorn. Marianne Pirker war mit ihm bekannt und legte ihrem
Mann nahe, ihn auf der Durchreise zu besuchen (Briefe vom 23. November 1748, 76 und
5. August 1749, 203).
Lit. ADB.
Casarini, Domenica (ca. ௘ ±௘ QDFK 6lQJHULQ
Die vermutlich aus Venedig stammende Casarini ist als Sängerin zum ersten Mal 1737 in
Brünn nachweisbar. Noch im selben Jahr ist sie als Mitglied der Truppe Pietro Mingottis
in Graz zu ¿nden. Nach einem Engagement in Prag im Jahre 1739 folgten bis 1745 zahl-
reiche Auftritte in Oberitalien. Schließlich wurde sie nach London verpÀichtet, wo sie von
1746 bis 1748 blieb und u. a. in Werken Georg Friedrich Händels und Christoph Willibald
Glucks zu hören war. In den Briefen der Pirkers wird erwähnt, dass sie, wie alle anderen
Sängerkollegen, um ihre Gage betrogen wurde siehe Briefe vom 19. September 1748 (21)
und vom 15. August 1749 (206). 1749 kehrte sie nach Oberitalien zurück. 1751 musste sie
wegen der Anstiftung zu einem Überfall auf eine Rivalin für einige Zeit ins Gefängnis. Im
Jahre 1752 heiratete sie den Komponisten Gaetano Latilla, der damals Maestro di coro am
Ospedale della Pietà in Venedig war. Franz Pirker zufolge hielt sie sich 1753 in Wien auf
siehe Brief vom 11. Juli 1753 (240). 1758 nahm sie kurz nach der Geburt ihrer Tochter ein
Engagement in Madrid wahr danach verliert sich ihre Spur.
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Über Casatis Biogra¿e ist wenig bekannt. Er ist erstmals 1744 in Hamburg nachweisbar
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Österreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur