Page - 925 - in Die Operisti als kulturelles Netzwerk - Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
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925Anhang
Dienstleister des Alltags
Herr Brandenburg(er) half Franz Pirker aus einer âtödlichen Krankheitâ heraus
(Brief vom 5. November 1748, 68), weshalb es sich bei dieser sonst nicht zu identiÂżzie-
renden Person um einen Apotheker gehandelt haben könnte. Ărzte waren teuer und behan-
delten in der Regel nur wohlhabende Menschen. Brandenburg(er) erweckte das Mitleid
von Franz, weil er vom Chevalier de Champigny um 20 Pfund betrogen worden war. In
The Universal Director, Teil àŻ II, S.
18 wird 1763 ein âBrandenburgh â Pall Mall, Chemistâ
gelistet vermutlich handelt es sich um dieselbe Person.
Mistress Green oder âdie Greenâ, wie sie in der Korrespondenz genannt wird, dĂŒrfte
zum Hausstand des Schneiders Realy gehört haben, bei dem die Pirkers wÀhrend ihres
Londoner Engagements wohnten. Sie Âżndet in den Briefen in Zusammenhang mit einer
Pomade ErwĂ€hnung, die sie fĂŒr Marianne beschafft oder angefertigt hatte (Brief vom
27. September 1748, 30). Als Protagonistin einer Rauferei mit Realy (Brief vom 30. Sep-
tember 1748, 33) und als Bettgenossin desselben (Brief vom 3. Dezember 1748, 80) kam
sie Franz Pirkers VergnĂŒgen an Klatschgeschichten entgegen.
Die Lambert, wie sie Franz Pirker meist nennt, gehört als Bedienstete ebenfalls
zum Haushalt des Schneiders Realy, bei dem der Geiger auch nach der Abreise seiner
Frau zunĂ€chst weiterhin wohnte. Welche Aufgaben sie genau erfĂŒllte, lĂ€sst sich aus dem
Briefwechsel nicht eindeutig herauslesen. In den Briefen vom 28. Oktober 1748 (63)
und 23. November 1748 (76) ist von ihr in Zusammenhang mit WĂ€sche die Rede, wobei
sie aber nicht WĂ€scherin war, weil Franz diese gesondert zu bezahlen hatte (Brief vom
7. Januar 1749, 93). Als Protagonistin diverser ZwischenfÀlle im Hause des Realy, mit
dem sie wohl auch gelegentlich das Bett teilte und darin in Konkurrenz zu âder Greenâ trat
(Brief vom 7. Oktober 1748, 43), genoss sie bei Franz, der in seinen Briefen eine Vorliebe
fĂŒr jede Art von Klatsch erkennen lĂ€sst, besondere Aufmerksamkeit.
Der Piacenza rasierte Franz eine Weile lang (Brief vom 19. November 1748, 75), was
ihn aber unverhĂ€ltnismĂ€Ăig viel Geld kostete (Brief vom 10. Januar 1749, 95). Franz hielt
nicht viel von ihm, nennt ihn einen âEselâ (Brief vom 22. Oktober 1748, 58) und âhunds-
föttischâ (Brief vom 19. November 1748, 75) auch als Zeuge bei GeschĂ€ften war er fĂŒr
Franz eine EnttÀuschung (ebd.).
Philipp hieĂ der Diener der Pirkers. Er verlieĂ London gemeinsam mit Marianne und
begleitete sie bis in den Juli 1749 (Brief vom 15. Juli 1749, 194). Dann bat er um seine
Entlassung, weil er damals schon seit einem Jahr die KrÀtze hatte und sich behandeln
lassen wollte. In den Briefen Âżndet er vor allem in Zusammenhang mit seinen in London
hinterlassenen Verbindlichkeiten ErwÀhnung (siehe u. a. Brief vom 10. Dezember 1748,
83). AuĂerdem geht es in einigen Briefen um seinen Unterhalt in Kopenhagen (Brief vom
3. MĂ€rz 1749, 90) und den Lohn, den die Pirkers ihm schuldig waren (Brief vom 4. MĂ€rz
1749, 112).
Die Quensach, auch Kinsack, war Mariannes bevorzugte Haubenmacherin in London.
Die SĂ€ngerin ermahnte ihren Mann mehrfach (Briefe vom 24. August und 1. Oktober 1748,
9 und 37), ihre Hauben nicht zu vergessen und nur ja diese Rechnung zu bezahlen. Als
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Die Operisti als kulturelles Netzwerk
Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker, Volume 1 & 2
- Title
- Die Operisti als kulturelles Netzwerk
- Subtitle
- Der Briefwechsel von Franz und Marianne Pirker
- Volume
- 1 & 2
- Editor
- Daniel Brandenburg
- Publisher
- Ăsterreichischen Akademie der Wissenschaften
- Location
- Wien
- Date
- 2021
- Language
- German
- License
- CC BY 4.0
- ISBN
- 978-3-7001-8898-8
- Size
- 21.0 x 29.7 cm
- Pages
- 1048
- Category
- Kunst und Kultur