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Alaun. — A lber t i von Enno. 41
Alaun. Der österr. Staat hat mehrere vorzügliche Alaunwerke,
besonders in Ungarn, Mahren, Österreich, Böhmen, Steyermart,
zuSovignaco inIstrien, u. s. w., und erzeugt sowohl die beste Sorte
desA.'s (den ungarischen), als auch die mittleren und minderen Sorten
in der größten Menge, so das; nicht nur der inländische Bedarf vollkom-
men gedeckt, sondern auch ein großer Theil des Auslandes damit verse-
hen werden kann. Die deutschen Erbstaaten haben manches Jahr schon
eineQuantität von mehr als 16,000 Centner gemeinen A.'s ausgeführt,
während die Einfuhr nur 5,000 Centner betragen hat. Dagegen
wird noch ziemlich viel levant. und röm. A., letzterer besonders in
das lombardisch-venet. Königreich eingeführt, woran freylich nicht
Mangel oderHeringere Güte des inländischen Productes, fondern zum
Theil Nähe des Transportes, zum Theil Unwissenheit und Schlendrian
der Oewerbsleute Schuld trägt. Die im österr. Staate gebräuchlichsten
A.-Sorten sind: Ungarischer oder der Munkacser A. von den Sudwer-
len der gräfi. Schön b orn'schen Herrschaft Munkacs , im Bere-
gher Comitate Ober-Ungarns, der reinste und beste inländische A., wel-
cher nach neueren Erfahrungen dem römischen an Güte gleich kommt.
Ungarn besitzt noch mehrere Alaunsiedereyen in verschiedenen Gegenden
des Reichs, welche zum Theil sehr gute, zum Theil mittlere und ge-
meine Sorten liefern. Zusammen dürfte das jährliche Erzeugniß in die-
sem Lande auf 42,000 Centner A. zu berechnen seyn. Mähr. A.
kommt aus dem grast. Dietrichstein'schen Alaunwerke zu Bosko witz
im Brünner Kreise. Ähnliche Alaun- und Vitriolwerke werden noch zu
Blansko und Raitz, zu Czernahora, Lissitz und Oslo-
wan betrieben. Kremser A. aus Unterösterreich, so genannt, weil
er in der Nähe von Krems, in dem ärarischen Werie zu Thalern
an der Donau gewonnen wird, ist von ziemlich guter Beschaffenheit,
wenn er gleich nicht ganz rein von Eisenoxyd ist; allein die Erzeugung
hat sehr abgenommen.
Alban ien , Gesterreichisch-, wird auch der Kreis v o n C a t t a r o
in Dalmatien genannt. ,
Albanier, s. Clementiner.
Albaredo, venet. Dorfgemeinde in der Deleg. Verona, mit
3,000 Einw.
Albensee, ein kleiner See in Osterreich ob der Enns, hat eine
reizende Lage, von Kalkbergen umschlossen, und ein merkwürdiges Echo.
Man kann auf demselben bis zu dem Seehause des Stiftes Kremsmün-
ster eine angenehme Fahrt zurücklegen.
Albert, dritter Markgraf von Osterreich aus dem Hause Bab en-
berg, erhielt, als sein Bruder, Heinrich I. , 1013 ohne Kinder
verstorben war, als sein nachgeborner Bruder, die markgräst. Würde.
Er wehrte sich tapfer gegen die Ungarn und erweiterte durch seine Siege
die Mark Osterreich bis an den öeithastuß (1043); dadurch erwarb ersich
den Beynahmen der Sieghafte (Victoi-iozus). Nachdem A. von den deutsch.
Kaisern, Conr ad I I . und Heinrich I I I . , noch bedeutende Allodial-
güter innerhalb der Markgrafsch. geschenkt erhielt, st. er am. 26. May 1056.
Alberti von Hnno, grast. Geschlecht in Tyrol. Der Ursprung-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie