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Albona. — Albrecht I. 43
Achtung und erhielt 1313, nach Eroberung des Oroscherzogthums Frank-
furt, den Vorsitz in dem von den Verbündeten für dasselbe gebildeten
Ministerrathe. Spater ging er in österr. Dienste und starb am 9. Jan.
1316, ohne den ihm übertragenen Posten eines Präsidialgesandten bey
der deutschen Bundesversammlung angetreten zu haben.
Albona, illyr. Städtchen im Mitterburger oder Istrier Kreise,
auf einem Berge, hat 950 Einw., Cottegiatkirche, Armenfpital, Ohl-
und Weincultur, Kastanienbau und Steinkoh'cngrnben.
Albrecht I., geb. 1243, ältester Sohn Rudolphs von Habs-
burg, des berühmten Stifters des österr. Hauses. Sein Vater belehnte
ihn und seinen Bruder Rudolph (27. Dec. 1232) mit Osterreich und
Steyermarl, doch wurde die Regierung beyderLandeA. als Herzog allein
übertragen. Seine Strenge und Herrschsucht, seine durch die damahligen
rauhen Sitten erzeugte, bekannte Neigung zur Gewaltthätigkeit, so wie
die Begünstigungen, welche er dem ihm nach seiner neuen Residenz Wien
gefolgten schwäbischen Adel erwies, brachten seine Unterthanen um so
mehr gegen ihn auf, als er ihnen selbst die Bestätigung der von seinem
Vater anerkannten und ertheilten Privilegien und Rechte verweigerte.
Der Adel vereinigte sich daher zu einem Aufstande, unterhandelte mit
Böhmen, Ungarn und Bayern wegen Beystand, der Bischof von Salz-
burg schloß sich den Unzufriedenen ebenfalls an, und A. hatte vollauf
mit Dämpfung des Aufruhrs in seinen Staaten zu thun. Er behielt je-
doch die Oberhand. Von dem Bischöfe von Salzburg befreyte ihn
1290 dessenTod. Auch dieStadtWien stand 1291 wegen Beeinträch-
tigung ihrer Freyheiten^gegen A. auf. Er zwang sie aber durch Hunger
zur Unterwerfung und Überlieferung ihrer Freybriefe, welche er vor den
Augen der Magistratspersonen vernichtete. Das Absterben Kaiser Ru-
dolph's ward jedoch von Neuem das Signal zu Unruhen in Osterreich
und Steyermark. Der neue Bischof vonSalzburg war nicht freund-
licher gegen A. gesinnt, die Verbindungen mit den Nachbarn wurden
ebenfalls erneuert; es gelang jedoch dem Herzoge, sich mit den Königen
von Böhmen und Ungarn zu versöhnen, und er konnte nun mit ganzer
Macht die Aufrührer in Steyermark bekämpfen und besiegen (1291 —
1292). Doch lies; er dießmahl Gnade für Recht ergehen, und bestätigte
sogar die Landesfreyheiten der Steyermärker; denn im Reiche war man
gleichzeitig mit der Wahl eines neuen Oberhauptes beschäftigt. A., der
von seinem Vater beynahe nur die kriegerische^ Vorzüge geerbt hatte,
wurdevon den Fürsten wegen seiner Herrschsucht mit mißtrauischen Blicken
betrachtet, schon ein Versuch seines Vaters, der ihm (May 1291) die
Nachfolge sichern wollte, scheiterte am Widersprüche der Churfürsten.
Trotz dem glaubte A. durch seine Verwandtschaft, Macht und Bundes-
genossen der Berufung zur Kaiserwürde gewiß zu seyn, und. ehe noch
seine aufrührerischen Lande gänzlich beruhigt waren, bemächtigte er sich
der Feste Tr iefels, wo die Reichskleinodien verwahrt wurden, und
begab sich in die Nabe von Frankfurt, wo die Reichsversammlung war,
nach Hanau. — Die Wahl der Fürsten, durch Gerhard Erzbischof
l Mainz geleitet, siel aber aufAdolph, Grafen vonNassau.Den
grimm ob seines gedcmüthigten Ehrgeizes verbergend, lieferte er
von
Ingri
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie