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A l b r e c h t 1l. ;5
und Kram seinen Söhnen Nudolph I I I . , Friedrich I I I . und
Leopold als Lehen übergeben, und weil ihnPapstBonifacius VI I I .
nicht anerkennen wollte, ein Schutz- und Trutzbündnisi mit Phil ipp dem
Schönen von Frankreich geschlossen hatte, machte er zuerst einen
Versuch, seinem Sohne Rudolph die Nachfolge in der Kaiscnvurde zu
sichern, der jedoch mistlang. Die Klagen der Handelsstädte über die von
den Fürsten am Rhein auf diesem Flusse neu erhobenen Zölle waren ihm
ein willkommener Vorwand, die Churfürsten von Mainz, Trier und
Köln mitWaffengewaltzurAufhebung dessen zu zwingen, was er ihnen
selbst zugestanden hatte, um sie dadurch zu demüthigen (1301—2). —
Jetzt erkannte ihn auch der Papst in seiner Würde an. —Der Krieg ge-
gen Ungarn, welchen er zur Unterstützung seines Neffen Carl Robert
von Neapel unternahm, so wie der gegen Böhmen, Holland, Seeland
und Friesland, lief unglücklich ab. Ein Angriff auf Thüringen, wel-
ches er, wegen Adolph's Kaufes vom Landgrafen Albrecht, als ei-
nen dem Reich von seinem Vorganger zugewendeten Erwerb ansah, ward
von dem rechtmasiigen Erben dieses Landes, dem Markgrafen Friedrich,
durch die Schlacht bey Lucca (1307) abgewehrt. Nach Wenzel's I I I .
Tode wollte A. seinem Sohne Rudolph die böhm. Krone zuwen-
den, doch Rudolph's früher Tod vernichtete auch diesen Plan. Unter-
dessen hatten aber des Kaisers Landvögte G eß ler von B run eck und
Beringer von Landenberg die Schweizer zum Aufstande gereizt.
A.'s Absicht war, Helvetien als erblichesHerzogthum einem seiner Söhne
zu hinterlassen. Aus Thüringen eilte der Kaiser herbey, die Ver-
wegenheit der Alpenbewohner zu strafen. Aber unterwegs, in der Nähe
von Habsburg, wurde er von seinem Vetter und Mündel Johann
von Schwaben, dem er sein rechtmasiiges Erbe in Schwaben wie-
derhohlt verweigert hatte, mit Hülfe einiger Verschwornen auf freyem
Felde erschlagen, als er von seinem zahlreichen Gefolge etwas entfernt
war. So starb am 1. May 1308 dieser tapfere, Ordnung und Gelehr-
samkeit liebende, aber, wo man seinem Eigennutz entgegentrat, ge-
waltthatige Fürst an der Landstraße, in den Armen eines alren Weibes,
welches ihn am Wege liegend gefunden hatte.
AlbrechtII., derLahme, AlbrechtsI. vierter Sohn, geb. 1298,
übernahm nach seines Bruders Leopold Tode (1326) die Verwal-
tung der Vorlande, und nach Friedrich's des Schönen Tode (1330),
bald darauf gelahmt durch Vergiftung, die Regierung aller habsbur-
gisch-österr. Lander mit seinem Bruder Otto.— Nach des sohnlosen
Heinrich's, Herzogs vonKarnthen Tode (1335) zogA. das pfandweise
versetzte Krain ein, und,besetzte, alsHein rich's Schwestersohn, Karn-
then, vom Kaiser Ludwig dem Bayer damit als erledigtem Reichs-
lehen belehnt, obgleich König Johann von Böhmen seinem zweyten
Sohne Johann Heinrich, bey desselben Vermahlung mitMar-
garetha Maultasche, der altern Tochter des Herzogs Heinrich,
durch dessen letzte Verfügung (1327), und durch des Kaisers Aner-
kennung der weiblichen Erbfolge in Karnthen und Tyrol (1330), diese
Lander versichert zu haben glaubte. Er glich König Ludwig's von Un-
garn alten Streit mit der ältern Margaretha von Tyrol über Hey-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie