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58 Altenburg. — Alter.
die Donau auf einer Insel, ward von dem Herzog Albrecht von
Sachsen-Teschen an den Erzherzog Carl vererbt; hat ein Comitats-
haus, ein Plansten-Collegium und Gymnasium, mehrere schöne herr-
schaftliche Gebäude und ein altes merkwürdiges Schloß, großartige Be-
wässerungs- und schöne Gartenanlagen > edle Schafereyen und sonstige
ausgezeichnete Einrichtungen für die Landwirthschaft. Das erzherzogl. ökon.
Institut wirkt fortan in seiner preiswürdigen Gemeinnützigkeit. Dem
patriotischen Herzog Albrecht von Sachsen - Teschen verdankt es sein
Entstehen. Es werden hier Mathematik, Baukunde, Zoologie, Thier-
heilkunst und, einschlüssig aller Hülfswissenschaften, Ökonomie gelehrt. Zur
praktischen Anleitung in derselben sind auch Grundstücke angewiesen.
Der Chef und die Seele des Instituts, der Oberregent über die ge-
sammten erzherzogl. Güter, Ant. v. W i t tmann , rühmlich bekannt
durch seine in Wien erschienenen ökon. Hefte, hatte seither einen Theil
des Unterrichtes sich selbst vorbehalten. Sein hauptsachliches Streben geht
dahin, rationelle Landwirthe zu bilden, damit sie jeden Gegenstand
intellectuell anschauen und auffassen. Die 3,500 Einw., größtentheils
Deutsche und meist Katholiken, treiben Ackerbau und starken Handel
mit Getreide und Hornvieh. In den Waldern ist viel Wildpret.
Altenburg, s. Abrudbänya.
Altendorf, s. Altstadt.
Alter, Franz, Carl/ Dr. der Philosophie, Custos an der k. k.
Universitäts - Bibliothek und emeritirter Professor der griechischen
Sprache am Gymnasium zu St. Anna, und der Diplomatik an der
Universität zu Wien; geb. zuEngelsberg in Osterr.-Schlesien den
27. Jan. 1749, studirte zu Olmütz, und trat 1766 in die Gesell-
schaft Jesu. Zu Prag vollendete er die Philosophie, und verlegte sich
dann auf die Kirchengeschichte, die griechische und hebräische Sprache.
Er lehrte durch 2 Jahre die Anfangsgründe der Grammatik an den nie-
dern Schulen zu Prag, und bekam dann die Aufsicht über die adelige
Jugend am Theresianum in Wien. A. wurde sonach an das ehemahlige
Gymnasium zu St. Anna berufen, wo er durch 3 Jahre die höhere
Grammatik, und seit 1777 die griechische Sprache lehrte. In letzterer
Zeit, ehe er 1801 als Custos an der k. k. Universitäts-Bibliothek zu
Wien angestellt wurde, hielt er an dasiger Universität auch Vorlesun-
gen aus der Diplomatik. Er starb am 29. März 1304. — Seine vor-
züglichsten Schriften sind: Bibliographische Nachrichten von verschiedenen
Ausgaben orientalischer Bibeltexte und der Kirchenväter, Wien, 1779;
— Über Oeorgianische Literatur, eb. 1793; — Philologisch-kritische
Miscellaneen, eb. 1799;— Über die Sanskrdanische Sprache, vul^o
Sanskrit, eb. 1799; — Beytrag zur praktischen Diplomatie' für Sla-
ven, vorzüglich für Böhmen, eb. 1301.— Sonst mehrere Ausgaben
griechischer und römischer Classiker; philologische Aufsätze; kritische Be-
merkungen; biographisch - literarische Nachrichten; und Nekrologe vieler
österr.Oelehrten in R o ch's literarischem Anzeiger; philologisch-kritische Bey-
träge für orientalische Literatur in dem Repertorium über biblische Lite-
ratur, und dm Memorabilien von Heinr. Eberh. Pau lus , Prof.
,;uIena.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie