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«2 Alt-Sambor — Alvinczy.
erschossen, ungewiß, ob von den Schweden oder den Seinigen, da
die Verwirrung zu groß war.
Alt-Sambor, galiz. Stadt im Samborer Kreise mit 2,080 Einw.
und einer griech. Kirche.
Alt-Sandec, galiz. Municipalstadt im Sandecer Kreise, liegt
nahe am Einflüsse des Poprad in den Dunajec, hat 3,060 Einw., ein
Clarisser-Nonnenkloster, mit weiblichem Schul- und Erziehungsinstitut.
Über den Poprad führt eine 400 Schritt lange hölzerne Brücke.
Altsohl, ungar. alte königl. Freystadt im Sohler Comitat, liegt
am linken Ufer der Oran, hat ein Felsenschloß, in welchem König
Math. Corvinus sich oft aufgehalten hatte, und 1,900 Einw. In
der Nahe ist ein guter Sauerbrunnen.
Altstadt (Altendorf), mähr. Dorf im Olmützer Kreise, mit
1,200 Einw. und einem Mineralbade, das auch unter dem Nahmen
Queek- oder Heubrunnen bekannt ist, weil die Landleute wahrend der
Heuernte hier einen Labetrunk finden.
Altvater (Vaterberg), eine der hochstenKuppen des mähr.-schles.
Gesenkes, oder der Debrata (s. d.), nach den neuesten Messungen über
4,200 W. F. hoch.
Alumnat, oder Seminarium, geistliches, in Wien (dasfürst-
erzbischöfi.). Es hat den Cardinal Clesel, Bischof zuWien undNeu-
stadj> zum Stifter. Derselbe widmete i. I. 1613 zu dem Convicte ein
Capital von 20,000 st. und vermachte in seinem Testamente 1630 aber-
mahl 20,000 fi. zur Bildung so vieler Alumnen, als die Interessen
hinreichen würden, für das Wiener und Neustädter Bisthum, und
übertrug das Präsentationsrecht dem jeweiligen Bischof zu Wien. Im
Jahre 1753 wurden die Alumnen für das Wiener Bisthum in das
Curatenhaus bey St. Stephan übersetzt. 1307 ward das A. vergrößert.
— Die übrigen Alumnate f. unter den betreffenden Erzbisthümern oder
Bisthümern.
Aluta, s. Alt.
Alrinczy, Ios. Freyh. v., k. k. Feldmarschall, wurde 1735 zu
Alv in cz in Siebenbürgen geboren. Seine Knabenjahre verlebte er bey
dem Gen. Grafen Franz Gyulay, welcher ihn schon im 15. Jahre zum
Wachtmeister ernannte. Im 7jährigen Kriege zeichnete er sich als Haupt-
mann 1760 bey Torgau, bey der Einnahme von Schweidnitz und
1762m der Schlacht beyTöplitz aus. Nach Beendigung des 7jährigen
Krieges, als er bereits Stabsofficierwar, arbeitete er an dem von Lacy
entworfenen Reglement des neuen Soldatenexercitiums und Kriegsdien-
stes, bis er im bayerischen Erbfolgekriege wieder feine Tapferkeit auf dem
Schlachtfelde zeigen konnte. Bey der Einnahme von Habelschwert
nahm er als Oberst den Prinzen von Hessen-Phi l ippsthal ge-
fangen, und Kaiser Joseph ernannte ihn damahls zum Generalma-
jor, gab ihm das Theresien-Ritterkreuz und wählte ihn zum Lehrer sei-
nes Neffen, des jetzt regierenden Kaisers Franz I. in der Taktik. We-
gen seiner redlichen Bemühungen in diesem wichtigen Posten verlieh ihm
der Monarch 1736 das 26. Infanterie-Regiment (jetzt Hohenlohe-
Bar ten stein), welches er jedoch noch in demselben Jahre mit dem
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie