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19./ bey welchem er früher Oberst war/ vertauschte. In dem bald aus-
gebrochenen Türkenkriege kämpfte er mit Auszeichnung unter Laudon's
Anführung. Ihm wurde die Stürmung von Belgrad übertragen/
die aber wegen ungünstiger Witterung nicht ausgeführt werden konnte.
Während dieses Krieges wurde er 1789 Feldmarschall-Lieutenant, und
führte 1790 das zur Stillung des Aufruhrs in Belgien bestimmte
Heer. Im folgenden Jahre wurde er nach Lüttich zur Unterdrückung
der dortigen Unruhen beordert; allein durch einen unglücklichen Sturz
vom Pferde ward er genöthigt, das Commando dem Feldmarschall-
Lieutenant Kheul zu überlassen. Durch den franzos. Revolutionskrieg
wurden A. die Schranken zu neuer Tapferkeit geöffnet. Im Feldzuge
von 1792 und 1793 führte er eine Division an, und zeichnete sich
besonders in der Schlacht bey.Neerwin d en so sehr aus, daß er
der Ertheilung des Commandeurlreuzes vom M. Theresien-Orden auf
dem Schlachtfelde selbst für würdig erachtet wurde. Im Iuly 1793 liesi
er das mit Dun^ouriez übergegangene Heer bey lLeuse Lud-
wig XVI I . den Eid der Treue schwören. Späterhin führte er jenes
österr. Heer an, welches zur Hülfe jenes des Herzogs von I o r k be-
stimmt war, um mit beyden nach Dünkirchen zu gehen. In dem
denkwürdigen Feldzuge von 1794 zeichnete er sich in mehreren Treffen
aus. Bald ernannte ihn der Kaiser zum Feldzeugmeister. Als der Prinz
von Oranien in seiner Stellung an der Sambre den Befehl erhielt,
Charleroi von der feindlichen Belagerung zu befreyen, wurde ihm A.
zur Hülfe geschickt, und da der Prinz seinen erfahrnen Rath befolgte,
schlug er am 16. Iuny den Feind, und befreyte die eingeschlossene Fe-
stung. Damahls erhielt er auf dem Schlachtfelde selbst das Großtreuz
des militärischen Marien-Theresien-Ordens. Die Armee bezog darauf die
Winterquartiere am Rhein. A. erhielt das Commando über den Theil,
welcher zwischen Düsseldorf und Wesel lag, so daß er zugleich in
der Vertheidigung Hollands mit den Übrigen thätig seyn sollte. Als der
unruhvolle Winter zurückgelegt war, wurde'A. im April 1795 zu der obern
Rheinarmee versetzt und ihm die Leitung aller Kriegsheere zwischen dem
Neckar und Con stanz übertragen. Vor dem Ausbruche des Feldzugs im
Frühjahr wurde jedoch A. vom Kaiser zum Mitgliede des Hofkriegsrathes
in Wien ernannt und das Commando dem Grafen Wurmser überge-
ben. Doch bald wurde er wieder auf den Kriegsschauplatz gerufen. Beau-
lieu mußte sich aus der Lombardie nach Tyrol zurückziehen, und das
ermattete Heer bedürfte eines neuen Anreizes zur Tapferkeit und einer
neuen Organisirung. A. erschien bey der Armee und war so glücklich, dem
Feldmarschall Orafen Wurmser, der zur Befreyung Mantua's be-
stimmt war, ein tüchtiges Heer zu übergeben. Hierauf arbeitete A. an
der Regulirung der Tyroler Insurrection, wobey er die Herzen der
Tyroler so sehr gewann, daß sie ihn zu ihrem Landstand erwählten.
Von nun an tritt eine unglückliche Periode seiner kriegerischen
Thätigkeit ein. Als Wurmser mit einem Theile seines zerstreuten Heeres
indieFestung Man tua sich zurückziehen mußte, führteA. dieital. Armee
an, um Man tua zu entsetzen. Aber er wurde von B o n a p a r t e
(15.—17. Nov. 1796) in der 3tägigen Schlacht bey Arcole (s. d.)
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie