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dern ungar. historische Nationallieder und russische Annalen. Der Verfasser
dedicirte sein Werk dem Oroßwardeiner Bischof N ico laus, den er
seinen guten Nachbar und alten geliebten Schulfreund nennt. Dieses
Werk war den ungar. Geschichtsforschern und Literatoren lange Zeit gänz-
lich unbekannt. Als eine Beute der Vergessenheit lag es auf der k. k.
Bibliothek zu Wien bis in das 13. Jahrhundert verborgen und unbe-
nutzt. Erst um 1744 machte der berühmte Ma th .Be l zuPreßburg
seine Landsleute auf diesen Schatz aufmerksam. Er ließ den alten zier-
lich auf Pergament geschriebenen Codex, welchem der k. k. Bibliothekar
Sebast. Teynagel ius den Titel: „Historia Hun^ai-i^a 6« sep-
t6in cllicil)U5 NunAariae, auowi-6 Ve1a6 V.e^l8 ^otario," gegeben
hatte, copiren und abdrucken. Später nahm ihn Schwandtner in
seine Sammlung der ungar. Geschichtschreiber auf: 1747 erschien er zu
Klausenburg in einer eigenen Ausgabe; die neueste und beste, cor-
recte, mit vortrefflichen Prolegomenen, kritischen Noten und einem hreff-
lichen Inäex locorum et pei-zonai-um versehene Ausgabe ist: ^V
26 Ke^is I^otarii ds l?63ti5 Hun^ai-orum li^er. I'
(üaciicis M6ml)i-2n
Wien, 1327. — Die Glaubwürdigkeit des ^.ncin^
Notarii wurde vorzüglich von Sch l özer angefochten,
der den ^non^mi^ in seinen Schriften gewöhnlich nur den ungarischen
(so wie den Kadlubek den polnischen) Fabelmann nennt. Dagegefl
suchten S t i l l i n g , Danie l v. Cornides, Engel, und zuletzt
Endlicher seine Glaubwürdigkeit zu vindiciren.
Anschüy, Feinr./ l. l. Hoffchauspieler in Wien, vorzugsweise
häufig der „Sh'akspearespieler" genannt. Er ist den 8. Febr. 1737
zu Luckau in der Niederlausitz geboren. Sein Vater, ein fein gebil-
deter, den schonen Künsten ergebener Mann, ließ es an einer sorgfälti-
gen Erziehung nicht mangeln. Im 16. Jahre ward A. von ihm auf die
sächsische Fürstenschule zu Gr im ma gebracht; 1304 bezog er die Uni-
versität zu Leipzig. Schon damahls hegte er einen lebhaften Hang zu
rednerischen Übungen, wozu er ein ausgezeichnetes Talent wahrnehmen
ließ. Seine Neigung für die Bühne gewann durch den Anblick der Leistun-
gen gefeyerter Künstler, wie I f f l a n d , Eckhart, Eßla i r , allmäh?
lig Entschiedenheit; und so betrat er denn, von dem Dirsctor des Des-
sauer Theaters Bossan warm empfohlen, den 16. Sept. 1807 in
Nürnberg als junger Klingsberg zum ?rsten Mahle die Bveter. Bey
seiner künstlerischen Entwicklung hielt er sich durchaus an kein Vorbild,
sondern beschränkte sich auf eigenes Selbststudium, dem er sich ernst und
rastlos hingab. Ein Hauptgegenstand' seiner Studien war der größte
Dichter aller Zeiten nnd Nationen: Shalspeare, den er sich nun
auch in der Originalsprache zu eigen machte. Im Herbste 1311 verließ er
Nürnberg , und betrat die Bühne von Königsberg; spielte auch
abwechselnd in D an zig. Letztere Stadt verließ er im Iuny 1314 um
einem Rufe nach Breslau zu folgen, woselbst er 7 Jahre verblieb.
Ein Mann von Kenntnissen und Bildung, genoß er hier des nähern Um-
gangs mit Friedr. Raumer, Manso, Stef fens:c. —- Im
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie