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!)« Apathin. —Apor.
übrigen Theil seines Lebens zubrachte. Nach dem Abschlüsse des Carlo-
witzer Friedens (1699) trat er das Fürstenthum gegen einen Iahrsgehalt
von 13,000 fi. feyerlich an den Kaiser ab, und starb zu Wien am 1.
Febr. 1713, 31 Jahre alt, kinderlos.
Apathin, ungar. Marktflecken in derBacser Gespansch., mit 3,380
Einw., Waide-, Krapp- und Seidenbau, Wollzeugweberey und Spin-
nerey.
2lpetlan, ungar. Dorf in der Wieselburger Gespansch. am Neu-
siedlersee mit 1,400 Einw. Bey diesemDorfe sind Salzpfützen, aus wel-
chen mineralisches Laugensalz (80^2, Natrum, ungar. 8K0520) in
Menge gewonnen und zum Seifenkochen benutzt wird.
ApollosaalinderVorstadt Schottenfeld zuWien wurdevon
dem Mechaniker Wolf fsohn erbaut, und den 10. Jan. 1808 zum
ersten Mahle geöffnet. Dieser feenartige Aufenthalt riß zum Entzücken,
zur Bewunderung hin; so viel Schönes, Bezauberndes, Originelles
hatte man in einem Ball-Locale noch nicht vereinigt gesehen. Selbst le-
bendige Bäume, Wasserfalle, natürliche Grotten waren angelegt; der
ganze Frühling mit seinen Reizen war hier ausgebreitet. Alle diese Herr-
lichkeiten konnten von der geräumigen Terrasse, gleich beym Eintritt über-
schaut werden, was eine nicht zu schildernde Überraschung hervorbrachte.
Die Blätter des I n - und Auslandes erschöpften sich in Beschreibungen
dieser nie gesehenen Pracht. Dieser Saal ging nachmahls an andere Ei-
genthümer über, und ward in seiner Einrichtung öfters verändert, beson-
ders 1319. — Er hält 112 Schritt Länge.
Apor, die Freyherren von. Dieses in Siebenbürgen blühende
Adelsgeschlecht führt seine Stammfolge bis zum magyarischen Feldherrn
Opour hinauf, der, 21 Jahre nach der großen Niederlage am Lech
(955), den ungar. Heereszug gegen Constantinopel befehligte. Von
diesem, wie die Chronik sagt, durch einstimmigen Zuruf erwählten Heer-
führer schweigt die Geschichte bis zu jenem A., der Andreas I I .
1220 auf dem Zuge nach Palästina begleitete, und von welchem an die un-
unterbrochene Geschlechtsfolge bis auf die neuesteZeit geschichtlich beglau-
bigt fortgeht. Unter dessen Nachkommen war 1300 ein A. Palatin
von Ungarn, dessen Sohn Ladis lausA. aber Woywode von Sieben-
bürgen, eben zur Zeit, wo in Ungarn die Arpaden ausstarben und
das Reich zwischen neu zu wählenden Herrschern schwankte. Dionys A.
war 1365 ebenfalls Woywode von Siebenbürgen, sein Bruder
E m e r i c h 1372 Palatin von Ungarn; D a v i d A. war 1413
Ban von Croatien. Peter A., ein Mann von ungemeiner Kenntniß,
leistete in den B 0 c z ka y'schen und Beth le n'schen Unruhen dem Kaiser
Ferdinand I I . so wichtige Dienste, daß er in den Freyherrnstand er-
hoben wurde, dessen Enkel StephanA. aber gab dem Geschlechte einen
neuen Glanz durch die hohen Würden, die er als Thesaurarius, Ober-
gespan von Torda und Oberrichter des Csiker Stuhles behauptete, so
wie durch mehrere geistvolle Werke, welche' theils im Drucke, theils im
Manuscripte von ihm übrig sind. Er wurde in den Orafenstand erhoben,
starb jedoch kinderlos, und seine beyden Brüder sind Stammväter der
heutigen A., zu denen der kön. siebenbürg. wirkl. Hofrath L az a r Freyh.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie