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Apos to l . Rönic; . — Appe l l a t i onsgc r i ch te . l)7
U. von A l l -Tor ja , ein Freund und Kenner der Wissenschaften, in
Wien gehört.
Apostolischer Nönig. Den kirchlichen/ in der Sprache der euro-
päischen Diplomatie noch nicht alten Beynahmen a. K.e empfangen die
Könige von Ungarn nicht nur von auswärtigen Regenten und ihren Un-
terthanen, sondern sie nehmen ihn auch von ihren eigenen Unterthanen
an, und legen denselben auch in ihren Titeln sich bey. Wenngleich aber
Papst Clemens X I I I . in dem Breve vom 19. Aug. 1758, durch
welches er der frommen Königinn Mar ia Theresia den apostolischen
Titel bestätigte, dabey nicht nur die christliche Gewohnheit der ungar.
Könige, sich bey gewissen Feyerlichkeiten von einem Bischöfe ein Kreuz
vortragen zu lassen, sondern auch die Religiosität des heil. Stephan,
Theresiens selbst, und des ganzen ungar. Volks ins Auge faßte, so
ist es insbesondere doch aus dem ungar. Staatsrechte zu entnehmen, das;
hiernach und kraft des vom ersten Könige selbst verwalteten Apostolats
dem a. K.e zugleich in dieser Hinsicht gewisse Rechte eigen sind, an
welche die, auf die Vorrechte ihrer Krone festhaltende Kaiserinn und
Königinn Mar ia Theresia in ihrem, dem päpstlichen Breve nach-
gefolgten Hofdecret vom 30. Sept. 1753, erinnerte und sohin Anlast
nahm, in diesem Hofdecret den Gebrauch des Titels apostolisch allen
Stellen und Einwohnern des ungar. Reichs anzubefehlen.
Appel, Ios. FranZ, 1767 zu Wien geb., war seit 1737
Ttaatsdiener in mehreren Ämtern, zuletzt Commissär bey der k. k. (nun-
mehr aufgelösten) Einlösungs- und Tilgungs - Deputation und bey
der Fabrication der Einlösungs- und Anticipationsscheine, einer der
geübtesten und erfahrensten Münzenkenner. In zweifelhaften und schwie-
rigen Fällen häufig zu Rathe gezogen, ertheilt er mit seltner Sicher-
heit und schneller Begründung zuvorkommendste Auskunft und Beleh-
rung. Schon A.'s Vater hinterließ eine bedeutende Münzen- und Me-
daillensammlung, welche er auf seine Söhne vererbte. Der ältere,
FranzA. , nahm die Medaillen, Joseph A. die Münzen, welche er
seit dieser Zeit mit allem Fleiße und Kostenaufwands vermehrte; beson-
ders ist seine Sammlung kleiner Münzen außerordentlich reichhaltig und
möglichst vollständig, welches ihm um so leichter ward, da er gründ-
liche Kenntniß in Unterscheidung der Echtheit eines Stückesund große Fer-
tigkeit im Lesen der verworrensten und undeutlichsten Schriften auf den
Münzen des Mittelalters besitzt. Die von ihm verfaßten Werke sind:
Münz - und Medaillen - Sammlung von ihm selbst nach seinem eigenen
neuen Systeme geordnet und beschrieben; m.K. 2Bde. Wien 1305 — 8.
— Repertorium zur Münzkunde des Mittelalters und der neuern Zeit;
m. K. 4 Bde. in 7 Thln. Pesth u. Wien 1319 — 28. (Der erste Band
hat den Nebentitel: Münzen und Medaillen der Päpste;c.) — Skizze einer
Sammlung sämmtlicher unter Kaiser Franz I. geprägten Medaillen.
Wien, 1322. — Von seinem kleinen Schachspielunterricht sind mehrere
Auflagen erschienen.
Appellationsgerichte sind die, über Civil- und Criminalsachen
in 2. Instanz entscheidenden Gerichtsbehörden; nähmlich das niederösterr.
A. in W ien , das innerösterr.küstenl. in Klagen für t , das böhm. in
Oesterr. Nat. Encykl. Vd.l. 7
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie