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ll>4 Arigler. — Arlberg.
wo möglich ihr Geschütz und Gepäck zunehmen, ihre Verbindungen zu hem-
men, und sie nach Tyrol zu drängen. Am 15. Nov. früh setzten die Franzosen
auf das linke Etschufer, un») drangen mitHeftigkeitgegenA. vor. Hier war
das Ziel ihres Vordringens. Zu diesem von tiefen Morästen umgebenen Orte
führte eine einzige Brücke. Überraschung und schnelle Ausführung des ent-
worfenen Planes war nöthig. Die Brücke sollte genommen werden. Doch
hier scheiterten alleAnstrengungen des Muthes, welchen die kühnste Todes-
verachtung von Verzweiflung lieh. Nachdem 5 Generale und eine grosie
Menge Franzosen geblutet, mußten die Stürmer von vergeblicher Anstren-
gung ablassen. MitAnbruch des folgenden Tages setzten österr. Colonnen,
vom F.M.L. Provera und Mit t rowsky geführt, das Gefecht fort.
Aber alle Opfer auch dieses Tages waren unnütz. Erst der folgende sollte
Entscheidung bringen. Augereau bahnte sich durch Brücken einen Weg
über die Moräste, um sich mehr auszubreiten. Die Österreicher dräng-
ten die Feinde am 17. auf beyden Seiten des Wildstroms Alpon zurück,
und machten 900 Gefangene. Doch da nun zweyfranzös. Colonnen, vw!
Cologna und'Alvaredo kommend, A. von der Seite und im Rücken
angriffen, so mußte dieses den Rückzug der Kaiserlichen gegen St . Bo-
nifacio, und von da aufVi l la nov a bestimmen. Alvinczy hatte
die letzten Angriffe nu.r deßhalb befohlen, um die noch vorwärts auf der
Straße von Verona stehenden Truppen an sich ziehen zu können. Die-
ser dreytägige Kampf war der blutigste dieses Jahres in Italien. Beyde
Theile hatten über 12,000 Mann an Todten und Verwundeten verloren.
Arigler, Franz (Stiftsnahme: Al tman n), den 6. Nov. 1763 in
dem oberösterr. MarkteKirchdorf geb. DieHumanioren u/ldPhilosophie
studirte er in Linz und trat 1783 in das niederosterr. Benedictinerstift
Göttweih, woselbst er nach vollendeter Theologie im Generalseminar
in Wien 1792 zum Priester geweiht wurde. 1793 erhielt er die Pro-
fessur des alten und neuen Bundes zu Linz. In derselben Cathegorie
trat er 1300 in sein Stift zurück. 1306 folgte er dem Rufe als Pro-
fessor des neuen Bundes an der Wiener Universität, woselbst er zugleich
als Examinator bey sämmtlichen Rigorosen, außer bey der Moral und
Pastoral bestellt wurde. Durch seine vorzüglichen Leistungen und seine
werthvolle im Druck erschienene Rede: I>6 cenituliin? 5wc!ii kiblici
ward ihm 1310 die theologische Doctorswürde mitSitz und Stimme bey
den theologischen Facultätssessionen zu Theil. Er bearbeitete nun seine
Hermeneutik zum Behufe seiner Vorlesungen, welche 1313 unter dem
Titel: tlelm^llcutioa biklica ßenerklis in 2 Bdn. zu Wien erschien.
Den 2. Sept. 1313 wurde er zum Abt seines Stiftes erwählt. In dem
nähmlichen Jahre wurde er zur Belohnung seiner Verdienste als Pro-
fessor zum k. k. Regierungsrath, und späterhin zum Director des theologi-
schen Studiums für die niederosterr. Benedictiner ernannt.
Arlberg (^rnia), richtiger als Adlerberg, obwohl dieß der
ursprüngliche Nahme seyn mag, ist jener Zweig der rhätischen Alpen,
d.er sich gegen den Attgau niedersenkt, und Tyrol von dem vor ihm gele-
genen und nach ihm benannten Vorarlberg trennt. Bis Hieher, an die
Wasserscheide der in den Rhein fließenden I I I und des Inn , ziehet sich
durch den Walgau die alemannische Mundart; hier trafen vordem die
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie