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A r l e t. 105
vierDiöcesen Brixen, Chur (bis 1803), Constanz undAugsburg
(bis 1316) zusammen, nunübtBrixen mit seinem Generalvicariate zu
Feldkirch allein die geistliche Iurisdiction über dieß Gebieth aus. —
Auf der Höhe des A.'s zu St . Christoph, das noch zu Tyrol gehört,
errichtete 1336 Heinrich, ein Findling, mit 15 Gulden, seinem
Brüderschaft zur Rettung verunglückter, von Schneelawinen be-
bener oder in trüaerische Klüfte aeirü
zur Bettung verunglückter, von ch
grabener oder in trügerische Klüfte gestürzter Wanderer. Die unter
Kaiser Joseph I I . gebahnte und 1322 bis 1325 verbesserte Fahrstraße
führt von Land eck am Inn durch das Stanzerthal über den A. ins
Klosterthal an der Alfenz und I I I bis Feldkirch.
Arlet, CölestiN, der 60. Propst des Benedictinerstiftes Ra y-
gern nächst B runn , geb. zu Glogau in Schlesien, studirte die
Humanioren zu Brzewnow (Braunau) in Böhmen, trat dort in
den Benedictinerorden und lehrte einige Zeit die Humanioren. Er wurde
1666 Pfarrer auf dem Oeorgenberg nächst Brzewnow, mußte
aber am 19. May n. I. diesen Standort verlassen, weil ihm sein Abt,
Thomas Sartor ius, auf Einrathen des Bischofs von Königgratz,
Matthäus von B i l lenberg, die Propstwürde in Raygern
verlieh. Er wurde dort am 15. Iuny 1666 installirt. Diese seine Er-
nennung zum Propst wollte anfanglich Kaiser Leopold I. nicht be-
stätigen, weil sie zuwider der veclal-atossia Ferdinand's I I I . vom
14. May 1657, ohne vorherigen Bericht an den Kaiser und ohne Ge-
genwart der k. k. Commissarien, und nicht canonisch vor sich ging; allein
auf die Fürsprache einiger gewichtiger Männer, die A.'s hervorragende
Eigenschaften kannten, und da» die canonische Wahl wegen feindlichen
Unruhen nicht vor sich gehen konnte, erfolgte den 13. Aug. 1666 die
landesfürstl. Bestätigung, und den 16. Oct. n. I. nach vorher abgeleg-
tem Eid der Treue seine Einfühlung unter die mähr. Stände. Als 1669
wegen Einführung der Gleichheit in dem Contributionswesen eine Gene-
ralvisitations-Commission in Mähren aufgestellt worden war, wurde
auch A. zum Mitcommissär ernannt. Er stand dem Stifte Raygern
durch ganze 17 Jahre vor, und war von jenen Pröpsten der letzte, die
von dem Brzewnower Abte unmittelbar nach Raygern gesetzt wurden.
Er rieth dem Stifte Raygern selbst, sich in Zukunft leinen Fremden,
der nicht ein Profeß von Raygern wäre, zum Propst einsetzen zu
lassen, sondern sich das freye Wahlrecht aus ihrem eigenen Stifte bey
Hofe zu erwirken. Das Convent befolgte dieses nach seinem Tode, und
brachte es dahin, daß zwischen Brzewnow und Raygern ein Ver-
gleich zu Stande kam, kraft dessen dem Stifte Raygern die freye
Wahl zugestanden wurde; jedoch so, dasi immer ein Propst aus den
Brzewnower und der zweyte aus den Stiftsgliedern zu Raygern alter-
nativ gewählt werden solle. Diese Alternative hörte aber im I. 1713
ganz auf; dem Stifte Raygern wurde, auf Verwendung des da-
mahligen Priors, Gregor Sasawsky für die Zukunft die ganz
freye Wahl ihres Propstes (in neuerer Zeit Abt genannt)/ ohne dem
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie