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Audi toren. — Auersperg. 137
in den A. Saal; der Monarch geht von einem zum andern, nimmt die
Schriften ab, und hört die Gesuche an. Mittwochs aber ist Privat-A. für
60—70 Personen, deren jede der Kaiser allein in seinem Arbeitscabinet
spricht. Während des Landaufenthaltes im Sommer und Herbste kömmt
der Kaiser an diesen beyden Tagen von Schönbrunn und Laren bürg
wöchentlich, und selbst von der 3 Stunden von Wien entfernten Stadt
Baden alle 14 Tage nach Wien, um A. zu ertheilen.
Auditoren, s. Regiments-Auditoren, Stabs-Auditoren
und General-Auditor-Lieutenants.
Auditoriats-Gerichte, s. unter Militär-Justiz-Verwal-
tung.
Auerbach, 1) Ioh. Gottfr., l. k. Hofmaler, geb. 1697 zu
Mühlhausen in Sachsen, machte sich in Wien ansässig, und starb
hier den 3. Aug. 1753. Er wurde 1750 Mitglied der Akademie, mit
dem Aufnahmstück: das Porträt Carl's VI. lebensgroß im Krönungs-
ornate als römischer Kaiser. Er malte den Kopf; das Übrige der Akade-
miedirector ^acob van Schuppen für die damahlige Ausstattung des
academischen Saales. 2) Ioh. Carl, Porträtmaler in Wien 1773,
Sohn des Vorigen. Er lernte bey seinem Vater, und starb zu Wien
1736. Mitglied der Akademie den 13. May 1755, sein Aufnahmstücß
war: das Porträt eines jetzt Unbekannten im Pelzkleide.
Auersberg (Auersperg), krain. Markt im Neustädtler Kreise,
südwestlich von Weichselburg, mit einem hübschen in dreyeckiger
Form erbauten Bergschlosse des Orafen W eickh ard von Auersp erg.
Dieses Schloß, im Jahre 1570 zum vierten Mahl erbaut, ist der uralte
Stammsitz der Fürsten und Orafen Auersperg (s. d.), vielleicht an
der Stelle, wo das alte Arupium stand. Es enthält einen prächtig
gen Saal, eine Rüstkammer mit Seltenheiten und Alterthümern, eine
Reitschule, und ist mit Gärten umgeben. Die gleichnahmige Grafschaft
A. besteht aus den beyden Hauptgemeinden A. und Guten feld,
und zählt 15 Untergemeinden, 31 Ortschaften, 1,112 Häuser, und
7,000 Einw.
Auersberg, s. Auersperg.
Auersperg. Dieses Geschlecht gehört zu den ältesten Familien.
Den Nahmen führt es von den Stammsitzen A. in Krain, und früher
in Schwaben. Sein ältester Ahne Adolph von A. lebte 1060. Seine
Nachkommen kamen nach Krain, und machten sich vorzüglich in den Tür-
lenlriegen um das Vaterland verdient. Kaiser Friedrich I I I . erhob
sie daher 1463 zu Erbmarschallen von Krain und der windischen Mark.
Dietrich Freyherr von A., Enkel Herbert's Freyherrn von A, geb.
1528, Siegers wider die Türken, der 1575 auf dem Schlachtfelde fiel,
war der erste Graf von A. durch Diplom Kaiser Ferdinand's I I . vom
Jahre 1630. Ioh. Weickhard Graf von A, oberster Hofmeister bey
Kaiser Ferd inand I I I . , erhielt 1654 das Lehen über das Für-
stenthum Münsterberg und Frankenstein in Schlesien, ward zum Reichs-
fürsten erhoben, und bekam Sitz und Stimme unter den schles. Fürsten.
Ee galt viel bey Hofe, und im 3. Theile des europäischen Theaters fin-
det man ein Gutachten, welches er in dem Kriege der Schweden und
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie