Page - 159 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Volume 1
Image of the Page - 159 -
Text of the Page - 159 -
Bacs-Bodrogher Gespansch.—Baden. 159
die Gespanschaft den Nahmen. Die ganze Umgebung ist ungemein frucht-
bar; Obst und rother Wein gedeihen in Menge; die Waldungen geben
viel Bauholz und gute Eichelmast. Ansehnlich ist der Commissions- und
Speditionshandel. Ehemahls war B. eine k. Freystadt mit Befestigung;
fernerhin auch der Sitz eines lathol. und griech. Bisthums; ersteres
wurde mit dem Erzbisthum Colücsa vereinigt, letzteres nach Neu-
satz übersetzt.
Bacs-Bodrogher Oespanschaft in N. Ungarn, iw Kreise dieß-
stits der Donau, 170 Q. M. groß, zahlt 297,760 Eimv., die theils
zu den eigentlichen Ungarn, theils zu den Slaven und Raizen gehören,
und in 3 Freystadten, 9 Marktfi., 93 Dörfern und 19 Prädien wohnen,
die in 4 Districte getheilt sind.—Die Vereinigung beyder Gespansch. hatte
durch Reichstagsbeschluß vomI. 1802Statt gefunden. Die vereinigte Ge-
spansch. ist in dieser Gestalt eine der größten des Kreises, und durchaus eine
Ebene zwischen der Donau und der Theiß, welche durch den Franzens-
canal hier verbunden werden. Nebstbey hat sie zahlreiche Seen. Der vor-
züglichste ist der Palitschcr, der sehr viel Alkali hat. Der rings mit Mo-
rasten umgebene Schoriner Berg ist so hoch, daß man von seiner Spitze
die'königl. Freystadt S t u hlweißen bürg (welche 14 Meilen weit
von ihm ist) sehen kann. Er ist mit Weingarten angebaut. Das Clima
dieser Gespansch. ist wegen der vielen Sümpfe ungesund. Doch ist der
Boden fruchtbar, insbesondere an Weizen, Tabak und Wein. Die
Rindviehzucht ist vortrefflich, die Schafzucht wird mit Veredlung be-
trieben. An Fischen ist Überfluß und an Wildpret fehlt es nicht,
obgleich es an Waldungen mangelt, und die Einwohner mit Stroh
und Kuhmist zur Feuerung sich behelfen müssen. Hier befinden
sich auch die sogenannten Römerschanzen, welche mehrere Meilen
lang sind.
Bacser-Canal, s. Franzens-5anal.
Badacson, hoher Berg in der Szalader Oespanschaft Ungarns,
mit einer weiten Aussicht über den Plattensee in die Schümegher und
Szalader Gespansch., und mit Weingarten umgeben, welche den be-
rühmten Badacsoner Wein erzeugen.
Baden, niederösterr. landesfürstl. Stadt und berühmter Curort.
Obschon in den Schriften der Alten nur wenige Spuren zu finden, so
waren doch die Heilquellen Badens den Römern höchst wahrscheinlich
bekannt, da man 1769, als das Gebäude der Ursprungbader errichtet
wurde, Ruinen eines römischen Dunstbades entdeckte, so wie auch bey
der Anlage des Parks uralte Grundfesten großer Gebäude unbestritten
römischen Ursprungs sind, da die dazu verwendeten Ziegel die Zeichen
der X. und XIV. Legion trugen. Nach dem Abzüge der Römer aus diesen
Gegenden geriethB.wahrscheinlich wiederin Verfall, das Land wurdezur
Wildniß, und es blieb der in mancher Hinsicht so segensreichen Regie-
rung der Babenberger vorbehalten, den Grund zum neuen Glänze
dieses Curortes zu legen. Jagdhunde entdeckten, der Tradition nach,
die heilsamen Quellen wieder, der Forst wurde gelichtet und neue Woh-
nungen entstanden. Zum erstenmahl urkundlich erscheint B. bereits
im 11. Jahrhunderte als bedeutender Ort (Markt), mit eigener Pfarre.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie