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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Volume 1
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Page - 161 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Volume 1

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den der Stadt sind vorerst dieBadhäuser anzuführen; deren sind 16, von welchen 1l im Gebiethe der Stadt liegen, 5 aber den benachbarten Guts- besitzern angehören, sie heißen: die Ursprungbäder, in einem nach orientalischem Geschmacke erbauten Gebäude am Fuße des sog. Cal- varienberges; das Th eresienbad, unweit der vorigen; das Her- zogs- und Antons bad im sog. Herzogshofe; das Frauen bad, ver- einigt mit dem 1321 im röm. Style neu erbauten schönem Carol inen- bade; das Jose pHsbad nächst der Fahrbrücke über den Schwechatbach; das Leopoldsbad in der 'Alleegasse; das Peregrinusbad in der Berggasse; dasIohannisbad inOutenbrunn; dasArmenbad neben letzterem; das Sauerhofbad in dem, ebenfalls 1321 neu erbauten schönen Sauerhofe; die neu errichteten Eng elsburgba d er nahe bey dem vorigen; endlich das Mi l i tarbad :m Militärspitale, ehemahls Pe- tersbad und das Mar iaz ellerbad im Mariazellerspitale. Die meisten dieser Bader bestehen aus einem gemeinschaftlichen großen Wasserbe- hältniß, worin 50 bis 60, auch wohl an 100 Personen zugleich baden können. Es ist jedoch eine eigene Badekleidung vorgeschrieben, die man entweder selbst mit sich bringen kann, oder in der Bade-Anstalt gegen Vergütung erhalt. Der sogenannte Ursprung oder die Calvarienquelle be- findet sich in einer Grotte am Fuße des Calvarienberges, die Quantität des hier in dem Zeitraume von 24 Stunden aufsprudelnden Heilwassers wird auf 13,440 Eimer berechnet. Hier befindet sich auch das Dunstbad; der Ursprung versieht indessen nur die 4 nahe liegenden Badehäuser mit warmem Heilwasser, die übrigen Bader haben ihre eigenen Quellen, die Unter den durchlöcherten Fußböden aufsprudeln. Das hiesige Mineral- wasser, wie es der Erde entströmt, ist klar und vollkommen durchsichtig. Wird es jedoch durch lungere Zeit der atmosphärischen Luft und dem Lichte ausgesetzt, so wird es trübe und milchicht und bildet mit der Zeit einen Bodensatz, welchen man den Badschlamm nennt und welcher eben- falls als Umschlag gegen verschiedene Übel gebraucht wird. Mit dem Was- ser steigt aus den Quellen eine große Menge Gas in grosien und kleinen Blasen mit Oezische empor. Das Wasser und dieses Gas hat einen hepa- tischen, den faulen Eyern ähnlichen Geruch, der Geschmack des Was- sers ist salzig-hepatisch. Die Temperatur der verschiedenen Quellen ist verschieden, und steht zwischen - l - 24" bis 30° nach Reaumur. Das specifische Gewicht dieses Mineralwassers ist vor seiner Abkühlung und Zersetzung an der freyen Luft jenem des reinen Wassers gleich, später nimmt es im geraden Verhaltnisse mit der Abkühlung und Zersetzung zu. Die Menge des den gesammten hiesigen Quellen entströmenden Wassers, welche man auf beyläufig 30,640 Eimer österr. Maßes binnen 24 Stunden anneh- men kann, bleibt sich in jeder Iahrszeit und bey jederWitterung, so wie auch seine Temperatur gleich. Veränderungen der Atmosphäre, besonders aber außerordentliche Naturrevolutionen haben auch auf diese Mineral- quellen auffallenden Einfluß; so entstand z. B. zur Zeit des großen Erd- bebens in Lissabon 1755 die Engelsburgquelle. Das hiesige Mineral- wasser ist ein Schwefelwasser, seine chemischen Bestandtheile sind in mancherley Zeitaltern verschieden angegeben worden. Nach der Angabe des berühmten Physikers V o l t a , der das hiesige Mineralwasser an Oesterr. Nat. Encykl. Bd. l.
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Volume 1
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe A-D
Volume
1
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
788
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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