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Balassa-Gyarmath. — Balbi.
mung von Gran, zur Seite desNiklas Palf fy, an beyden Schenkeln
verwundet, fiel. Die Liebe zur Poesie dauerte bis an sein Ende, da wir
von ihm Gedichte haben, die er noch einige Tage vor seinem Tode, un-
ter dem Waffengeklirre des Lagers, schrieb. Seine Lieder gab zuerst
Nadäny i , dann wiederhohlt R imai heraus^ worauf noch bis auf
neuere Zeiten viele Auflagen folgten und den Beyfall, dessen sie sich er-
freuten, bewähren.
Balassa Gyarmath, ungar. Marktstecken im Neograder Comi-
tat, Stammort der berühmten Familie Balassa (s. d.), in einer schö-
nen und sehr fruchtbaren weizenreichen Oegend, nahe an der Eipel, mit
Z/980 Einw., unter denen es mehrere Knopfmacher gibt. Das alte feste
Schloß, das sich mehrmahls tapfer gegen die Türken vertheidigte, liegt
nun in Trümmern. Im I. 1626 fand hier ein Friedenscongreß zwischen
den Österreichern und Türken Statt.
Balaton, s. Plattensee.
Balb i , Adrian v. , kaiserl. Rath, berühmter Geograph und
Statistiker, ist geb. 1783 zu V en edig aus altem Geschlechte. Er ge-
noß einer äußerst sorgfältigen Erziehung, besonders aber zogen ihn schon
in frühester Jugend die geographischen Wissenschaften und das Studium
der Landcharten an, auch Mathematik studirte er mit vielem Eifer. Nach
vollendeten Studien erhielt B. eine Anstellung als Professor der Physik
und Geographie in seiner Vaterstadt und begann bereits, sich mit Her-
ausgabe von geographischen Werken zu beschäftigen. 1820 begab, sich B.
nach Portugal!, wo er auf auszeichnendeWeise aufgenommen wurde und
in den reichhaltigen Archiven der Regierung, vornehmlich durch den da-
mahligen Minister der auswärtigen Angelegenheiten, Marquis von
Palmella begünstigt, viele Materialien zu seinem Werke über Portu-
gall sammelte. Nach einigen Jahren Aufenthalt daselbst, besuchte B.
Parks, wo er ebenfalls mit den vorzüglichsten Gelehrten und Staats-
männern bekannt wurde und sich durch längere Zeit mit literarischen For-
schungen beschäftigte. Endlich verfügte sich B., nach einem längern Auf-
enthalte in Venedig und Italien überhaupt, nach Wien , wo er
1834, durch Cabinetsentschließung den Titel eines kaiserl. Rathes mit
einem jährlichen Gehalte von 1,500 fi. und der ehrenden Verbindlichkeit
erhielt, die ihm bey vorkommenden Fällen von den hohen Behörden vor-
gelegten Fragen über Statistik und Geographie zu beantworten. Außer-
dem erhielt er schon früher die große goldene Medaille und auch von aus-
wärtigen Regenten ehrende Auszeichnungen. Im Drucke erschienen von
ihm: ^l-05peUo polifico Z^oZi-gsico cleilo 5wlo attualL ciel Floko.
Venedig 1808. — (^ompendio 6i (^eogi-alia univ6l5. etc. eb. 1317. —
NI6M6NN di (^6(i^aiia acl U50 dk' Aiovanotti. eb. — I'roZpetto 651^0-
politico äclllo 5taw attuaie 6e1 Alobo. eb. 1813. — ^akleau polit.
iätisnK' c1<^ i'Uui-ope en 1320. Lissabon, 1320.—Variktez polit.-
6Z)0NuAai56. Paris, 1323.—Uäsai 8tnN8ttHU6
)"IUlNL QL I>0Nuzal 6t ä'^lgarv?. 2Bde. eb. 1822,, wel-
ches treffliche Werk unter andern einen merkwürdigen Abschnitt überPor-
tugall zur Römerzeit und viele vorher ganz unbekannte Angaben über
die Literatur und Kunst dieses Landes enthält.—^
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie