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zu wirken, und wurde nach seiner Ankunft in Wien in belgischen Ge-
schäften verwendet, nachher zur Dienstleistung bey der Hofkammer be-
rufen, und 1302 zum wirll. Hofrathe, dann 1809 zum Vicepräsiden-
ten der allgem. Hofkammer und k. k. wirkl. geheimen Rathe ernannt.
Nach glücklichem Äusgange des Krieges von 1313 erhielt er die Bestim-
mung über die Forderungen an Frankreich in Par is die Verhandlungen
zu pflegen, nachher auch nebstbey die Geschäfte des osterr. Armee-Mmi-
steriums dort zu besorgen. Während des Congresses in Wien waren ihm
verschiedene einschlägige Arbeiten und Berathungen anvertraut. Bey der
wiederholten Besetzung der Stadt Par is durch die Truppen der ver-
einigten Mächte nach dem 1315 erneuerten Kriege, hatten die großen
Hofe rücksichtlich der Contributionen und ihrer Forderungen an Frank-
reich, Liquidirungs-Commissionen in Par is bestellt. B. vertrat den
osterr. Hof, und wurde zugleich Präsident dieser Commissionen. Seine
Umsicht, Thätigkeit und Rechtlichkeit bey diesen verwickelten und beschwer-
lichen Geschäften blieben nicht erfolglos. Die Anerkennung seiner Aus-
zeichnung in diesen und in den früheren Zeiträumen, wo er während der
Feindeseinfälle in die osterr. Staaten die wichtigsten Dienste in verschie-
denen Verhandlungen der Finanzen und zur Rettung des Staatseigen-
thums geleistet hatte, wurde ihm durch die Verleihung des goldenen
Civil-Verdienstkreuzes und des Commandeur-Kreuzes des ungar. St.
Stephans-Ordens zu Theil. Auch viele andere Mächte haben ihn mit
ihren Orden betheilt. So ist er auch Ritter des russ. St. Annen- und des
preusi. rothen Adler-Ordens 1. Classe, Großkreuz des bayer. und des
sachs. Civil-Verdienst-, des dän. Danebrogs- und des sardin. St. Mauriz-
und Lazarus-, Commandeur des toscan. St. Josephs-, des belg. Lowen-
und des constant. St. Georgs-Ordens von Parma, wie auch des Hess.
Löwen- und des päpstl. Ordens vom goldenen Sporn. — 1822 bis 23
musite er sich einem gleichen Liquidirungsgeschäfte in den Niederlanden
widmen. Zurückgekehrt nach Wien wurde er den 4. Sept. 1330 zum
Gouverneur der osterr. Nationalbank ernannt.
Barcsay, Abraham v., aus dem Geschlechte des Achaz Bar-
c sa y, Fürsten von Siebenbürgen (s.d.) war den 2. Febr. 1742 zu Päsk i
im Hunyader Comitat geb., wo sein Vater Stuhlrichter war. B. stu-
dirte bis in sein 16.Jahr imCollegium derReformirten zu Eny ad, und
trat, in einer Woche beyder Ältern beraubt, 1762 in die neuerrichtete
ungarische Leibgarde zu Wien. Hier, von Bessenyei's und Ba-
roczi's schönem Streben und Wirken entflammt, widmete >er sich den
Wissenschaften mit besonderer Liebe. Nach 5 Jahren ward er Hauptmann
im Dragoner-Regiment Prinz Leopold; ehelichte 1773, bevor ernoch
ins schlesische Lager zog, die Gräfinn Susanna Be th len , ging
1779 zur katholischen Kirche über, machte unter Joseph I I . die Schlach-
ten bey Szabäcs, Bubicza und Belgrad mit, und wurde 1737
zum Oberlieutenant der Garde mit dem Charakter eines Obristen im Re-
gimente befördert. — Als Dichter trat er zuerst 1777 in B essenyei's
^ar525äß auf, und erfreute sich bereits einer besondern Aufmerksam-
keit des Publicums, als seine Poesien, meist Episteln, 1739 R o v a i
sammelte und mit Orczy's Schriften zu Preßburg herausgab. Auf-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie