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Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Volume 1
Page - 185 -
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Page - 185 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Volume 1

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Barkoczy. — Barmherzige Brüder. 185 fürchtet. B.'s Talenten vertraute der Hof wichtige Sendungen und seine glänzenden Waffenthaten beförderten ihn bis zum Feldmarschall-Lieute- nant, Ritter des Marien Theresien-Ordens und Freyherrn. Er starb als Commandirender von Ungarn, zu Pesth den 11. März 1797. Barkoczy, Franz Graf v. , wurde auf dem Familienschlosse Csicsva in Ungarn geboren, studirte auf der Universität zuTyrnau die Philosophie, die Theologie zu Rom. 1744 ernannte ihn M a r i a Th eresia zum Bischof von Er lau, wo er schon früher Pfarrer, und dann Domherr war. B. errichtete das bischöfl. Lyceum zu E r l a u , brachte den Vergleich zwischen Ungarn und Polen wegen der verpfändeten 13 Zipser Kronstädte zu Stande, und zwar schon in der Wurde als Erz- bisch of von Gran und Fürstprimas des Königreichs Ungarn, seit 1761. B. war ein für dasWohl derKirche eifriger Prälat und als Staatsmann von tiefen Einsichten, als welcher er während 20 Jahren zugleich bey der ungar.Septemviraltafel und der Statthalterey mitarbeitete. Er st. 1765 den 18. Iuny, bald darauf als er den erwähnten wichtigen Vergleich abgeschlossen hatte. Barmherzige Brüder. Diese katholischen Ordensgeistlichen, de- ren wesentliche Bestimmung bekanntlich in der ärztlichen Pflege männli- cher Kranken besteht, wurden im Osterreichischen ursprünglich von dem FürstenCarl v. Liechtenstein um 1605 inFeldsberg aufgenom- men. Er empfahl sie dem Kaiser Rudolph I I . für Wien , worauf Kaiser Math ias sie um 1614 dahin setzte. So dankenswerth sie sich für das Wohl der leidenden Menschheit bewährten, so verhasit waren sie anfangs den Wienern wegen der Neuheit ihres Ordens, aus einer unbegreiflichen, nur durch die damahligen Begriffe erklärbaren Kurzsich- tigkeit. Sie erfuhren das grelle Schicksal, sowohl von den Bürgersleuten, als von der Geistlichkeit verfolgt zu werden; und hätten sich gewiß genöthigt gesehen, wieder abzuziehen, wenn nicht die Jesuiten sich dieses wohl- thatigen Ordens angenommen, ihn allenthalben in der Monarchie auf das Nachdrücklichste empfohlen, und dadurch seine Existenz gesichert hätten. Die ersprießliche Wirkung dieses Schutzes war, daß die b. B. sich in den österr. Ländern rasch verbreiteten. Ihr segenvoller Or- den blüht nun in: A g r a m , B r u n n , E isenstadt , E r l a u , Feldsberg, Fünfkirchen, Görz , Orätz, Orosiwardein, Kukus (Böhmen), Lettowitz (Mähren), Linz, Neustadt an der Mettau (Böhmen), Ofen, Papa, P r a g , Preßburg (2 Häu- ser), Proßnitz, Skal i tz, Temesvar, Teschen, Varval lya (Ungarn), Waitzen, Wien (mit 133 Betten und großem Recon- valescentenhause), Zebrzidowitz (Oalizien) :c. Im Ganzen nehmen sie jährlich 15,000 Kranke auf; von diesen werden im Durchschnitte ^ geheilt entlassen. In dieser wahrhaft christlichen Anstalt wird jeder Kranke ohne Rücksicht auf seine Standes- und Religionsverhältnisse un- entgeldlich aufgenommen, verköstigt, gepflegt, und ärztlich behan- delt. Die Mittel dazu fließen den b. B.'n, wiewohl nichts weniger als reichlich, durch Stiftungen und Einsammeln von Almosen zu. Jedes dieser Klöster zählt wenigstens 12 Brüder, von denen einer Priester ist, unter einem Prior. Alle 3 Jahre ist Provincialwahl. Das Wiener
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Österreichische National-Enzyklopädie Buchstabe A-D, Volume 1
Title
Österreichische National-Enzyklopädie
Subtitle
Buchstabe A-D
Volume
1
Authors
Franz Gräffer
Johann Czikann
Publisher
H. Strauß
Location
Wien
Date
1835
Language
German
License
PD
Size
13.3 x 22.0 cm
Pages
788
Keywords
Nachschlagewerk, Biografien
Categories
Lexika National-Enzyklopädie
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