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Bartholomäjdes. — Bartl.
praltischev Geschäftsmann, diese von ihm gewählte Eintheilung in der
Dienstanwendung weit brauchbarer findet. — Welchen praktischen Werth
dieses wichtige Werk hat, wurde übrigens am besten dadurch anerkannt,
daß der Kaiser dem Verfasser durch die k. k. Oberst-Polizey- und Censur-
Hofstelle zu wiederhohlten Mahlen sein Wohlgefallen zu erkennen gab.
Überhaupt bleibt B. das unbestreitbare Verdienst, daß alle seine literari-
schen Leistungen eine besondere praktische Tendenz haben, so dasi kein po-
litischer Geschäftsmann, wenn er anders in seinem Amte sicher vorgehen
will, dessen Werk entbehren kann. Selbst der von ihm 1334 (Wien)
herausgegebene Leitfaden für sämmtliche Hausinhaber und Haus-Admi-
nistratoren der Haupt- und Residenzstadt W i e n in Hauszinssteuer-
Angelegenheiten, beweiset, wie sehr es ihm zu thun ist, auch durch kleine
Monographien im Gebiethe der politischen Administration seinen Mit-
bürgern im praktischen Leben zu nützen; so wie er auch als Präses und
Director des Pensions-Instituts für Witwen und Waisen herrschaftlicher
Wirthschaftsbeamten in Niederösterreich, für das Gedeihen des diesifälligen
Fonds mit Umsicht sorgt, damit den Theilnehmern der ihnen gebüh-
rende Genuß nicht nur sichergestellt bleibe, sondern nach Möglichkeit
noch erhöht, und überhaupt diese wichtige Anstalt vor den Gefahren
bewahrt werde, welche, nach der Erfahrung, so manchen ihrer Schwe-
stern so verderblich geworden sind.
Bartholomaidcs, Ladis l . , evangel. Prediger zu Ostina
in der Oömörer Gespanschaft Ungarn's, war 1754 geboren zu K l enocz
im Klein-Honther Districte derselben Gespanschaft, wo sowohl sein Va-
ter, als auch sein Groß- und Urgroßvater Prediger waren. Er studirte
die Theologie auf der Universität zu Wi t tenberg. Nach manchen
Drangsalen in seiner Jugend gelang es ihm endlich 1783 die Prediger-
steile zu Ostina zu erhalten, der er bis zu seinem Tode vorstand.
Er war ein biederer, gelehrter Mann, der außer einigen slavischen Schrif-
ten (worunter ein Lehrbuch der Geographie, Neusohl , 1793), schatz-
bare geographische, statistische und historische Werke über Ungarn in la-
teinischer Sprache herausgab, nahmentlich: ve Vokemis Kiz-Hon-
tkel^idus anti^uiä et kodierniZ (^oinmelUatio kiztoi-ica. Wittenberg/
1783. (2. Ausgabe, Preßburg 1796.) — KlemorIkilia I>i-ov«mcja6
Csetne^. Neusohl, 1799. —
nomine l^umur et ei 5imilidu8 3pud ^nnn^mum Velae
iurn odvii etc. Leutschau. 1804.
Incl^t. superioriz 3
eb. 1803. (Ein classisches Werk, aus welchem Dr. Rumy in den vater-
ländischen Blattern für den österr. Kaiserstaat einen freyen Auszug mit
Ergänzungen und Berichtigungen lieferte.) Er starb den 19. April 1325.
Bart l , Franz Conr./ Erfinder der Tasten-Harmonika, geb.
zu Weyperth in Böhmen den 14. Iuny 1750, starb als Professor
der Mathematik am Lyceum zu Olmütz den 28. Oct. 1313. Er hatte
den Grund zu den Wissenschaften an dem Gymnasium zu Schlacken-
werth gelegt, studirte Philosophie, Rechte und höhere Mathematik
an der Prager Universität, und erlangte aus ersterer die Doctorswür-
de. Er wandte sich zum Lehramt in seinem Lieblingsfache, nähmlich den
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie