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Vaumberg . — Baumgar ten . 207
herrliche Zehent (s. d.). (In Ungarn gehört der größte Theil der Zehente
den Bischofen.) DerB. hat sich inneuererZeit bedeutend gehoben. Seine
Verhältnisse sind aber nach Maßgabe der provinziellen Eigenthümlichkeit
verschieden; in jedem Falle genießt der Bauer, wie schon bemerkt/ seiner
persönlichen Freyheit. In den deutschen und galizischen Staaten bestand
schon vor 1731 wie in Böhmen und geringen Theils in Mahren eine
Classe ganz freyer Landleute; der Bauer in Tyrol nimmt selbst an der
Landstandschaft Theil. Eine andere Classe war zwar persönlich frey, ist jedoch
der Herrschaft in ihrem Verhältniß als Mayer oder Erbzinsmann zu Dienst-
leistungen, Robotten und baren Steuern pftichtig. In den ungar. Erb-
landern gab es auch von jeher einige Classen ganz freyer Landleute wie
die Iazyger und Cumaner, die Colonisten. In dem lombardisch-venetiani-
schen Königreiche hat der Bauer, freyer Eigenthümer seines Grundes
und Bodens, bloß die Abgaben an den Staat und an den Gutsherrn
zu leisten.
Baumberg, Gabriele v., s. Batsänyi.
Baumeister, Ios. Edler v., war geb. zuWien den20.Nov.
1750. Er studirte die Rechte, und erhielt das Doctor-Diplom an der
N iener Universität. Mit Eifer widmete er sich dem Studium der Ge-
schichte. Früchte desselben sind seine Schriften: Versuch einer Staaten-
geschichte von Steyermark, Wien 1730. — DieWelt in Bildern, 6Bde.,
mit 230Kupf. (meist von K o h l) eb. 1733. — Chronol. synchr. Über-
sicht der Weltgeschichte, eb. 1793. — Stammtafel des Babenbcrgischen,
Habsburgischen und Lothringischen Stammes, 4 Blätter in Fol., eb.
1314. Er hatte eine Buchdruckerey angelegt, aus der, nebst seinen ei-
genen Werken, unter Andern auch Schmidt's Geschichte der Deutschen
hervorging. B. war im Inlande einer der ersten, welche geschmackvolle
Lettern einführten. Unter seinen literarischen Freunden war auchAlxin-
g e r, dessen Umgang er täglich genoß. 1792 übertrug ihm der Kaiser
Franz die Stelle eines Erziehers bey seinen Brüdern den Erzherzogen,
welche Stelle er später, da die übrigen Prinzen andern Erziehern anver-
traut wurden, bey den Erzherzogen Ludwig und Rudolph über«,
nahm. Als Anerkennung seiner trefflichen Dienste erhielt er 1303 den
Titel einet Regierungsrathes. Er starb den 6. Oct. 1319. — Sein
Vater Ioh . Bapt. Edler v. B. stand 44 Jahre, letztlich bey der k. k.
Hofkammer, in Staatsdiensten, und ward 1754 von der Kaiserinn
Mar ia Theresia in den deutsch-erbländischen Adelstand erhoben.
Baumgärtner, Ioh . wo l fg . , sehr geschickter Maler, geb.
1712 zuKuefstein in Tyrol, Erhattte sich selbstgebildet, und lieferte
Landschaften und Prospecte in Ohl und Fresco, wie auch auf Glas. Von
seinen schönen Arbeiten ist noch Manches in Süddeutschland, besonders
in Augsburg vorhanden. Er starb in letzterer Stadt 1761.
Baumgarten, der schönste und besuchteste Spaziergang derPra-
ger in den Umgebungen der Stadt, ehemahls ein Thiergarten, jetzt
ein Eigenthum der böhm. Stände. Natur und Kunst vereinigen sich hier
zu einem der reizendsten Vergnügungsorte, das auf einem sanften Berg-
rücken liegende ehemahlige Jagdschloß, geschmackvoll eingerichtet, gewährt
eine herrliche Aussicht. Hier ist eine Fülle mannigfaltiger Anlagen, der
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie