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(1757) und bey dem Feldmarschall Dann als Adjutant angestellt. Seine
vorzügliche Brauchbarkeit erwarb ihm bald den Majorsgrad. Bey Kol-
l i n , vorSchweidnitz undBreslau, in den Schlachten bey L eu-
then und Hoch kircheN/ bey Gera undMaxen, zeichnete sich B. als
einsichtsvoller Colonnenführer aus, und erhielt 1760 das Ritterkreuz des
Marien-Theresienordens, bald nachher den Rang eines Oberstlieutenants
im Oeneralstabe. —Der Hubertsburger Friede und die darauf folgende
lange Waffenruhe war für ihn eine Veranlassung, seine militärischen
Kenntnisse und seinen Kunstsinn auszubilden. In Rücksicht auf letzteren
ward ihm der Auftrag, die kaiserl. Lustschlösser zu verschönern. 1763
wurde B. zum Obersten ernannt, und im Gouvernement Mecheln an-
gestellt. Bey Ausbruch der niederländischen Unruhen war er noch auf die-
sem Posten. Als ein noch rüstiger Mann von 64 Jahren erhielt B. 1739
die Stelle eines Generalquartiermeisters in dem Corps, welches der Feld-
zeugmeister Baron Bend er im LuFemburg'schen zusammenzog, und
gab bey Tir lemon t, Löwen, Roum ont u. a. O. theils als Leiter
der Bewegungen gegen die Insurgenten, Beweise von großer Umsicht
und erprobter Tapferkeit. Sein einziger Sohn fiel als Hauptmann den
23. May 1789 bey einem Angriffe auf eine feindliche Batterie im Walde
von Wai l le t , wozu er^ihn selbst befehligt hatte. — Der Kaiser
belohnte B.'s zahlreiche Verdienste 1790 durch die Ernennung zum Ge-
neralmajor; auch wurde er imdemselben Jahre noch zum Feldmarschall-
Lieutenant befördert. Für den am 19. Dec. 1739 bey Nassog ne ge-
gen bedeutende Übermacht errungenen Sieg ward ihm außerdem noch das
Commandeurkreuz des Maria Theresienordens zu Theil. — Der Aus-
bruch des französischen Revolutionskrieges war für B. der Anfang einer
ruhmvollen Feldherrnlaufbahn. Er befand sich den 23. April 1792 zu
Mons, als die Kriegserklärung einlangte. Sogleich begab er sich zu
seiner an der Gränze stehenden Division von 1,300 M.Infanterie, 1,500
Reitern und 10 Geschützen, wurde den 29. vom General B iron mit
12,000 M. abgegriffen, vertheidigte sich bey Iemappes mit gro-
ßer Standhaftigkeit, rückte am folgenden Tage selbst gegen die
sorglosen Franzosen, schlug sie bey Q u i v r a i n in die Flucht, und
ließ die Flüchtigen durch seine Husaren bis an die Thore von Va-
lenciennes verfolgen, wobey 5 Kanonen erobert wurden. Von
da an bis zur Schlacht bey Iemappes vertheidigte B. unter Her-
zog Albrecht's von Teschen Befehlen die niederländische Gränze ge-
gen alle Einfälle der Franzosen mit Erfolg. — Nach dem Rückzüge der
Preußen aus der Champagne rückte aber Dümouriez mit Übermacht
gegen die Niederlande, und besiegte den Herzog am 5. Nov. bey I e-
mappes, wo B. den linken Flügel befehligte und den Rückzug deckte.
Weder die Weisheit der Führer, noch der Muth der Truppen konnte die
nur schwach besetzten Niederlande retten, und der Rückzug war unver-
meidlich. Hinter der Erft nahmen die Österreicher zwischen Euskirchen
und Oräfenbroich Stellung, und wurden von den Franzosen fehler-
hafter Weise auch nicht weiter zurückgedrängt. B. war aber schon von
H a l l aus mit 12,700 Mann zur Deckung der Maas nach Huy ent-
sendet worden. Vom General Valence in Fronte und Flanke nnt
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie