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2l8 Nebe?. — Neccaria.
die französischen Operationen, Als Iourd an^später gegen Ar l o n
rirte, und in den beyden Schlachten von Fleurus fast immer am glück-
lichsten kämpfte. Der allgemeine Rückzug führte B.
nach Tir lemont und über den Rhein. Der Kaiser belohnte seine gelei-
steten Dienste mit dem Großkreuz des Maria Theresienordens. — Im
Feldzuge 1795 war B,Oeneral-Quar(iermeister der Rheinarmee unter
Cl erfay t. Am 4, März 1796 wurde er zum Feldzeugmeister befördert,
und erhielt den 1^'den Oderbefehl der Armee in Italien. Bereits ein Greis
von71 Jahren, sollte B. einem jugendlichen, thatendurstigen Feldherrn,
Bonaparte gegenüber, welcher den Krieg mit einer außerordentlichen
Energie führte, mit unzureichenden Kräften dieses schone Land verthei,
digen. Diese Aufgabe war zu schwierig ^ und B. nach allen Umständen
durchaus nicht in der Lage, sie zu lösen. Er ward bald zum Rückzüge nach
Tyrol genöthigt, und legte wegen seiner sehr geschwächten Gesundheit
den 21,Iuny den Feldherrnstab nieder. — B. verlebte den Rest seiner
Tage auf seinem Landsitze bey Linz in philosophischer Zurückgezogenheit
und in der Erinnerung an die Wandelbarkeit des Erdenglücks. Er hatte
schmerzliche Verluste zu betrauern, den einzigen Sohn, einen Adoptiv-
sohn (Major von B.) und bedeutende Kunstschätze, welche die Bra-
banter Insurgenten bey Zerstörung seiner Schlösser vernichteten. Auch
sein letzter Aufenthaltsort blieb von den Verheerungen des Krieges nicht
verschont. Er endete den 22. Dec. 1319 zu Linz, in einem Alter von
94 Jahren.
Bebek, Bubek, ein altes berühmtes Geschlecht Ungarns. Die
Sage schmückt den Ursprung desselben mährchenhaft aus. Ein Schäfer in
der Oömörer Oespanschaft, am Flusse Sujo mit seiner Heerde auf der
Weide, entdeckte in einer Berghöhle ungeheure Schätze. Er baute durch
ihren Besitz nicht weniger als 7 mächtige Burgen, unter diesen M u-
rany, Kensznahorka undPelsö'cz in derGömörer-, Szadvar in
der Tornaer-Gespanschaft. Sein Reichthum wuchs, die Familie vergrö-
ßerte sich, und theilte sich in 2 Aste, mit den Prädioaten von P el-
söcz und von Csetnek. In der Kirche des Marktfleckens Csetnek be-
findet sich eine Orabschrift, welcher zu Folge der gemeinsame Stamm-
vater Matthäus hieß, derSohnDietrich, der Enkel Benedict,
der Urenkel Dominik B.
Beccaria, Cäsar Vonesana Marchesev., 1735 zu Mailand
geboren. Schon von früher Jugend faßte B. eine große Neigung für
die Philosophie; den grösiten Eindruck machte auf ihn, seiner Angabe nach,
Montesquieu und dessen I^tti-68 ?6r8Hnnc;8. In der 1764 und 1765,
in Mai land erschienenen Zeitschrift: II O l le , sind die anziehendsten
Artlkel aus seiner Feder geflossen. 1764 erschien seine merkwürdige Schrift:
vei äelmi 6 6^ 116 P6N6, München, 1764, welche er zuerst anonym
herausgab, und die dann unzählige Mahl nachgedruckt, commentin,
und endlich 1770 ins Deutsche übertragen worden ist. 1763 wurde
zu Mai land eine Lehrstelle Ger die Staatswirthschaft errichtet, und
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie