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'222 Vedö . — Veecken.
die Vertheidigung der königl. Rechte zu befördern. — l?!)4 zum Höft
rath bey der Ungar. Hofkanzley befordert/ erwarb er sich schnell die
Liebe seiner 'Amtsgenossen durch sein sanftes Benehmen/ die Achtung
seiner Vorgesetzten hingegen durch seine gehaltvollen Vortrage. Durch
diese erprobte er seine tiefen Kenntnisse in der vaterlandischen Geschich-
te und Gesetzgebung und seine genaue Kunde des Landes in so kur-
zer Zeit, daß man in vollem Vertrauen auf so rühmliche Eigenschaften
ihn mit dem Auftrage beehrte, zur Regulirung der Freysassen in Croa-
tien (Banderien) einen erschöpfenden Bericht zu verfassen. Er bereiste
daher als königl. Commissär die 3 Comitate, und erhob an Ort und
Stelle die ihm noch nöthigen Auskünfte und Belege. Die Vollendung
einer so umfassenden Aufgabe schien jedoch mehrere Jahre zu erfordern;
allein er kürzte diese Zeit, freylich mit Anstrengung aller seiner gei-
stigen und physischen Kräfte, auf wenige Monathe ab; so daß er
bereits beym Anfange des Landtages 1302 seinen Bericht lieferte, der
wegen seiner Gediegenheit den ungetheilten Beyfall der ersten Staats-
beamten erhielt. — Seine Ernennung zum Armeecommissär 1305 und
seine Berufung ins Hoflager nach Holitsch entschieden überfeine
fernere Laufbahn; durch mehrere mündliche Vortrage und Rathschlage
dem Kaiser nun genauer bekannt, würde" er 1806 im Staatsrathe
angestellt, und bereits 130? zum wirkl. Staats- und Conferenzrache er,
nannt. In dieser Eigenschaft begleitete er seitdem den Landesfürsten auf
mehreren seiner größern Reisen, als auf die Landtage von 1307 und 1311;
wahrend der Feldzüge 1309/ 1313 und 1314; auf der Reise nach Sie-
benbürgen 1317, und in das Übungslager bey Pesth 1320. — Wie
vielfältig und wohlthätig er auf diesem einflußreichen Posten gewirkt,
weisen viele Staatsschriften, die ihrer hohen Bestimmung gemäß mit
Sorgfalt im Staatsarchive aufbewahrt werden. — Ein rastloser Eifer
für das Beste des Staates und die stets gleiche Anhänglichkeit an die
Person des Monarchen blieben bey dessen Gerechtigkeit auch nicht un-
belohnt. 1803 sah B. seine Brust mit dem Ritterkreuze des königl.
ungar. St. Stephan-Ordens, zu Par is aber 1314 mit dem Comman-
deurkreuze eben dieses Ordens, später auch mit dem silbernen Civil-Ehren-
kreuze geschmückt, und 1322 wurde er in den Freyherrnstand erhoben.
Zum Administrator des Kreutzer Comitates ernannt, erhielt er, bevor
er noch diese Stelle angetreten/ 1309 die Obergespanswürde des Beke-
ser Comitats; allein auf seine Bitte verlieh ihm der Kaiser dieselbe
Würde in der Kreutzer Gespanschaft (1325), und gab ihm seinen Sohn
Ludwig als Administrator bey. 53 Jahre dem Vaterlande, und unter
diesen 21 im Staatsrathe mit unermüdetem Fleiße dienend, hatte der
Kaiser dem ehrwürdigen Greise bereits einen höhern Wirkungskreis zuge-
dacht, als er den 15. Iuny 1325 verschied.
Nedö, ungar. Dorf in der Marmoroscher Oespanschaft/ mit lu-
therischen Einwohnern, die sich meist von Fluß-Transporten auf der
Theiß nähren. Auf einem Berge ist ein Kloster griechischer Mönche.
Beecken, Georg Adalb. Edler v . , war geb. zu Orätz
den 27. Dec. 1741. Schon in früher Jugend zeigte er einen außeror-
dentlichen Diensteifer und unendlichen Fleiß. Er erwarb sich viele Kennt-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie