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69N Debreczin. —Debrois.
den höchstenKuppen gehört der Altvater: Auf den höchsten Puncten wächst
kein Strauch mehr, sondern nur Moos.
Debreczin, ungar. konigl. Freystadt im Biharer Comitat, nach
Pesth die größte StadtUngarns, in einer ebenen/ einförmigen, sandigen
und wasserarmen Gegend, die jedoch gegen Süden ungemein fruchtbar
wird. Sie ist offen und ziemlich dorfmäßig gebaut, da man nur wenigs
stockhohe Häuser sieht und die Gassen wegen Theuerung der Steine un-
gepfiastert sind; sie zählt aber mit Einschluß ihrer Vorstädte, die nur
Obwohl D. ein mehr ländliches als städtisches Ansehen hat, und der
meisten Bequemlichkeiten einer großen Stadt entbehrt, so hat es doch
einige ansehnliche Gebäude, worunter das große reformirte Collegium mir
der Kirche, die kathol. Klöster, das Nathhaus :c., und ist der Sitz der
Districtualtafel für den Kreis jenseits der Theiß und des reformirten Su-
perintendenten. Es besindet sich hier ein blühendes reform. Collegium mir
einer Bibliothek von mehr als 20,000 Bänden, ein Piaristencollegium
mit Gymnasium, und eine kathol. Hauptschule; außerdem bestehen hier
ein Waisenhaus, 3 Hospitäler und 2 Krankenhäuser. Auf der gesegne-
ten Umgegend weiden Tausende von Ochsen, Schweinen und Schafen,
so wie hier Weizen, Hirse, Buchweizen, Tabak und Wassermelonen
in vorzüglicher Güte gedeihen. In Hinsicht des Gewerbsteißes steht diese
Stadt nicht weit hinter Pesth zurück, da sich hier mehrere Manufacturen
und Fabriken, besonders in groben wollenen Zeugen, Leder und vorzüglicher
Seife, dann zahlreiche Handwerker, als Gerber, Kürschner, Zischmeu-
macher (500 Meister); Drechsler, die Tabakspfeifenmundstücke aus Horn
erzeugen; Töpfer, deren Haupterzeugniß rothe und schwarze thönerne
Pfeifenköpfe (s. den folg. Art.) von eigenthümlicher Form sind; Kamm-
macher, Knopfstricker, Böttcher, Lebküchler u. v. a. ansäßig gemacht
haben; auch das Debrecziner Weizenbrot von ungeheurer Größe, ist
seiner Schönheit und Schmackhaftigkeit wegen berühmt. An gutem Trmk-
wasser hat die Stadt fühlbaren Mangel, besonders in den Sommermo-
nathen. Von großer Bedeutung ist der Handel, welchen D. mit Horn-
vieh, Pferden, Schweinen, Speck, Tabak, Wachs, Honig :c. treibt,
und seine 4 Jahrmärkte werden aus allen Gegenden Ungarns und Sie-
benbürgens besucht. Als Spaziergang dient der sogenannte große Wald
(^«l^-^r^ö) mit Gartenparthien und einem Bade.
Debrecziner pfeifenköpfe. Die meisten thönernen Pfeifenköpfe
werden im Inlande ohne Zweifel in Ungarn gemacht, wo Debreczin
allein die Pfeifenbrennerey in so großer Ausdehnung betreibt, daß man
diese Stadt das ungar. Gouda genannt hat. Es sind dort bey 140 Mei-
ster, welche mit Hülfe ihrer Weiber und Kinder, Gesellen und Lehrlinge
jährlich über 11 Millionen rothe und schwarze Köpfe größerer und klei-
nerer Art verfertigen. Diese Köpfe haben einen langen runden Kessel und
kurzen runden Hals.
DcbrolS, Sdler vonBruyck, Ioh. , war geb. zu Prag den
!. Jan. 1751, er begann daselbst seine Studien, welche er in Wien
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie