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De Carro. — Degen Iac. 691
vollendete und sich dann der Rechtswissenschaft widmete. Nachdem er die
Doctorwürde der Rechte und der Philosophie erlangt, und seine Kennt-
nisse in jederHinsicht auf das Vorzüglichste und Nützlichste bewährt hatte,
wurde er, die Rangstufen vomHofconcipisten an, seit 1785 durchgehend,
1310 zum Beysitzer der Studien-Hofcommission in Wien, und k. k.
mederösterr. Regierungsrath, 131.3 aber zum k. k. Hofrath ernannt,
auch war er Mitglied mehrerer gelehrten Gesellschaften, 1316 und
1320RectorMagnificusan der Universitätzu Wien, und starb, seit 1827
in den Ruhestand gesetzt, am 3. Nov. 1330. Er gab heraus: Almanach
für Literaturfreunde. Prag 1791. — Krönungsgeschichte Leopold I I .
als König von Böhmen :c., eb. 1792. — Urkunde über die Krönung des
Königs von Böhmen Leopold I I . :c., mit viel. Kupf., eb. 1313.
"De Carro, s. Carro, de.
Decsy, Samuel , beliebter Schriftsteller der Magyaren, wurde
1745 zuRtmaszo mb at in der Oömörer Oespanschaft geboren, studirte
auf ausländischen Universitäten Philosophieund Arzneytunde, und er-
hielt aus Beyden die Doctorswürde. Nach Osterreich zurückgekehrt, gab
er durch 27 Jahre in Wien die Zeitung Hlaß^ai- X.ui-ir heraus, und
erwarb sich dadurch nicht unbedeutende Verdienste um die Literatur seines
Vaterlandes, die er indessen auch durch andere Werke historisch-statisti-
schen Inhalts bereicherte, so z. B. durch Osmano^rasia in 3 Theilen.
Wien 1733—39. — I>ann0niai ^ e n i ^ , eb. 1790.— Geschichte der
heil. ungarischen Krone, ebenfalls in ungar. Sprache, eb. 1792, und 3
Jahrgänge ^la^al-^lmanack, eb. 1794 — 96. Er starb, bis an sein
Ende qleichfo.t thätig, am 25. Jan. 1816.
De6s (Des), siebenbürg. Marktst. und Hauptort des inneren
Szolnoker Comitats, liegt sehr anmuthig und vortheilhaft am Zusam-
menflüsse des großen und kleinen Szämos, ist wohlgebaut und ziei!.«:ch
volkreich, 5,300 Einw. Es ist hier das Comitathaus und ein reformirtes
Gymnasium. In der Nähe sieht man die Trümmer eines uralten Schlos-
ses, De6svar oder Ovär genannt, auch findet man in der Gegend
braune Thonerde, womit Leinwand gefärbt wird.
Degen, Iac. , geschickter Uhrmacher, jedoch mehr als Mechaniker
durch seine Flugmaschine bekannt, wurde 1756 im Canton Basel ge-
boren. Im 10. Lebensjahre kam er mit seinem Vater nach Wien, wel-
cher in Penzing bey der eben errichteten Bandfabrik als Werkmeister
verwendet wurde. 9 Jahre beschäftigte sich auch D. hier mit Bandwe-
ben; endlich bestimmte ihn aber sein überwiegender Hang zur Mechanik,
die Uhrmacherkunst zu erlernen. Nach den überstandenen 4 Lehrjahren,
arbeitete er mehr als ein Decennium bey einem sehr würdigen Meister,
und erhielt 1793 das Meisterrecht in Wien. Lange schon hatte ihn der
Gedanke, eine Maschine zum Fliegen zu verfertigen, beschäftigt, jetzt wid-
mete er ihm fast ausschließend seine freyen Stunden. Im October 1303
hatte er es auch wirklich schon so weit gebracht, daß er kleine Versuche m
der k. k. Reitschule wagte. Beflügelt und in Verbindung mit einem Luft-
ballon, der die ihm mangelnde Kraft von einigen Pfunden überwindend
heben sollte, stieg er bis an die Decke; doch im November d. I. schon
wagte er öffentlich auf dem Feuerwertsplatze im Prater 2 größere Ver-
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie