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L98 Derc jV 'Ny i v. Derczen.
Vermögen abzunehmen anfing, und er sich des ganzen Geschäftes ent-
ledigen wollte. Seine Vorliebe für die Musik aber, so wie auch der
große Verlust seines eigenen Vermögens zwang ihn', noch einmal sein
Glück zu versuchen. Er setzte das Nationalstück : kl-a^a nascent? <2a
I^I)U552 6 ?rimi5l20 in Musik, und führte dasselbe mit einem so großen
Beyfalle auf, daß er durch das öftereWiederhohlen desselben zu seinem vori-
gen Wohlstande gelangte. Er selbst spielte dabey die RolledesCtirad.
Dercsinyi v. Derczen, Ioh . , Verfasser mehrerer mineralogi-
scher und geognostischer Schriften, ist aus der seit 1072 bekannten, nach
dem Mohacser Türkensieg des Jahres 1526 aus Nieder-Ungarn nach
Ober-Ungarn geflüchteten Familie Tejer, welche dort unter dem Nah-
men Weiß im 17. Jahrhunderte mit einem neuen Adelsbriefe versehen
wurde, zu Leutschau im Zipser - Comitate geboren, und führt den
Nahmen Dercsenyi seit 1792, in Folge einer für seine Familie
fortbestehenden königl. Güterschenkung. Von frühster Jugend den Natur-
wissenschaften, und insbesondere der Mineralogie, Geognosie und Me-
dicin ergeben, und seinen Schulcurs in Fel ete-B any a, Leutschau,
Preß bürg und auf der Universität in Wien , wo er auch die Doc-
torwürde erhielt, 1780 vollendend, trat er in Zempliner Comitatsdienste,
legte sie aber nach einiger Zeit nieder, um sich in die Nähe seiner Gü-
ter im Beregher Comitate zu Munkäcs ins Privatleben zurückzuzie«
hen, und ganz dem Fache der Mineralogie obliegen zu können. Hier
machte er die wichtige Entdeckung, daß jene Gegend einen reichen ro-
manisch-gleichen Alaunstein besitze, wornach er, mit einem 10jährigen
ausschließlichen Privilegium versehen, daselbst eine Alaunerzeugung ein-
führte, welche seitdem in den auf dem gräfl. S ch önb o rn'schen Gute
Podher ing, und auf dem von De rcsenyi'schen Oute Pusi ta Ke-
repecz, beyde bey Munkäcs, dann auf dem Oraf Käroly'schen
Oute Musa j , nebst andern zwey ebenfalls im Beregher-Comitate be-
findlichen Fabriken, während mehr als 30 Jahren betrieben, das'schön-
ste Product reichhaltig fortliefert, wodurch er dem Inlande schon bis
1814, nach diplommäfiiger Anerkennung über eine Million Gulden er-
halten hatte^ 1785 vermählte er sich mit her Schwester des ungar.
Dichters F r a n z K a z i n c z y von K a z i n c z. 1314 wurde er
königl. ungar. Rath, und beym Landtage 1325 — 27, Mitglied der
Reichstags-Deputation zur Umarbeitung des montanistischen Codex für
Ungarn. Sowohl hierin, wie auch als Präsident der Commerz- und Forst-
regulirungs - Deputation des Beregher-Comitats, hatte er an gemein-
nützigen Arbeiten fortwährend sehr thätigen Antheil. Wir besitzen von ihm:
I^l-etologias practio26 tenlamen. Wien 1730. 2. Aufl. 1733. —
Über Tokay's Weinbau, dessen Fechsung und Oährung mit geognosti-
schen Beylagen, eb. 1796. — Dieses Werk ist über den Tokayer Wein-
bau, nebst dem spätern Werke von Schams, unstreitig das beste. Eine
vortreffliche Abhandlung über die Mineralien in den Karpathen theilte
D. in den vaterländischen Blättern des österr. Kaiserstaates mit.
Derc<6nyi, v. Derczen, I oh . / Sohn des Vorigen, k. l.
Hofsecretär, mehrerer Comitats - Oerichtstafeln Beysitzer und Mitglied
in Wien und Florenz, ist durch öf-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie