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utsch-Altenburg. — Deutscher Orden. 701
einem hohen Gebirgsthals, östlich hinter Altsohl. Merkwürdig ist die
hier bestehende fürstliche Glashütte D ettva - Hnt ta .
Deutsch-Altenburg, niederösterr. Pfandorf im V.U. W. W.,
an der Donau, mit 340 Einw., Schloß, warmen, schon den Römern
bekannten Bädern, hat Weinbau, Vieh- und besonders gute Schaf-
zucht.
Deutsch Bogsan, ungar. cameralischer Bergstecken im Krasso-
ver-Comitat, liegt an der Berzava, zahlt 1790 Einw., und hat ein
tönigl. Eisenschmelz- und Hammerwerk, in welchem auch Eisenwaaren
gegossen werdeu.
Deutschbrod, böhm. Stadt im Czaslauer Kreise, ziemlich gut
gebaut, in einer bedeutenden Tiefe an der Sazawa, mit 3,940 Einw.,
Dechanat-Pfarre, einem Gymnasium, einer Hauptschule und Pferde-
deckenfabrik.
Deutsch-Csiklova, ungar. Dorf im Krassover Comitat, mit
einem Kupferhammer, welcher Blech- und Münzplatten für die Carl«-
burger Münze verfertigt, und einer Kupfergeschirrfabril.
Deutsche L.ehenshauptmannschaft, s. unter Lehenge^
richte.
Deutscher Bund, desselben Bestandtheile in der österr.
Monarchie, sind nach dem Inhalte des Patentes vom 2. März
1320, §. 5, folgende: 1) das Erzherzogthum Osterreich; 2) das Her-
zogthum Steyermark; 3) das Herzogthum Karnthen; 4) das Herzog-
thum Krain; 5) das sonstige österr. Friaul oder der jetzige Görzer Kreis
(Gradisca, Görz , Tolmein, Flitsch, Aqui lej a) ; 6) das
Gebieth der Stadt Trieft; 7) die gefürstete Grafschaft Tyrol mit dem
Gebiethe von Tr ient und B r i r en , dann Vorarlberg mit Ausschluß
von Weiler; 8) das Herzogthum Salzburg; 9) das Königreich Böh-
men; 10) das Markgrafthum Mahren; 11) der österr. Antheil an dem
Herzogthum Schlesien, mit Inbegriff der böhmisch-schlesischen Herzog-
thümer Auschwitz und Zator (in Galizien); folglich ungefähr ein Fla-
chenraum von 3,430 geogr. Q.M.und eine Bevölkerung von 9,857,700
Seelen.
Deutscher Orden; deutsches Haus. Leopold der Glor-
reiche (aus dem Hause Babenberg) brachte die deutschen Herren nach
Ostei-eich. Ihre älteste Urkunde aus Wien ist vom Jahre 1210. Sie
blieben stets dem Hause der österr. Herrscher treu ergeben, und leisteten
wichtige Dienste. Als auf F r i e d r i c h dem S t r e i t b a r e n ,
letztem Herzog aus dem Bäben berg'schen Hause, Acht und Bann lag,
als alles von ihm abgefallen, ausier Neustadt der Allzeitgetreuen und
der Feste Starhemberg, da bewachte in der letztern der Deutsch-Or-
dens-Comthur, Ortulph v. Traiskirchen, den daselbst verwahr-
ten Schatz des Herzogs, und vertheidigte die Burg mit heldenmüthiger
Treue. Seit der Einführung des Ordens in Wien bis auf den heuri-
gen Tag waren 57 Landcomthure in Osterreich. Der Preßburger
Friede (vom 26. Dec. 1805) hob in seinem 12. Artikel den deutschen
Orden als solchen auf, und der Hoch- und Deutschmeister ward ein
weltlicher Erbfürst, nickt mehr vom Grosicapitel, sondern von dem Kai-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie