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710 D i et ri ch, A nton.
welcher er den rechten Flügel der kaiserl. Armee befehligte, bewies er
eine so außerordentliche Bravour, das; ihn der Kaiser mit Lobsprüchen
überhäufte; er erhielt dabey eine gefahrliche Wunde, von welcher er
aber zur größten Freude des Monarchen und des ganzen Kriegsheeres
wieder aeheilt wurde. Aus den Kriegsdiensten zog er sich hierauf m dle
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lungen sich eines Lehnsessels bedienen zu dürfen. Er starb 1751. (Vem
Fürstenprädicat mit einem Vermachtnisse von 70,000 Thalern übertrug
er, weil er kinderlos war, auf seinen Neffen, Ioh. Ios. Georg,
Herrn zu Turney, der 1772 gestorben ist, sich aber me des furstkchen,
sondern nur des graflichen Titels bediente. ^
Dietrich, Anton, ausgezeichneter Künstler im Fache der Blld-
hauerey, war geboren zu Wien 1799. Entschiedene Nngung zur bll-
denden Kunst veranlaßte ihn zum frühzeitigen Besuch der Elementar-
Zeichnungsschule an der Wiener Kunstakademie. Bald entschled sich D.
für Bildhauerey und erlernte die Anfangsgründe dieser Kunst bey emem
nicht sehr bedeutenden Bildhauer, wobey er jedoch immer das Stu-
dium der Malerey und Bildhauerey bey den Antiken twt großem
Fleiße und vielem Erfolge fortsetzte; 1317 erhielt D. bereits den
Oundel'schen Preis im Fache der Bildhauerey. Bey seinen weltern
Fortschritten in dem Studium der Antiken lernte indessen D. bald ein-
sehen, daß der Weg, welchen er sich zur practischen Ausbildung gewählt
hatte, nicht der geeignete sey, um dereinst auf den Nahmen eines
Künstlers Anspruch machen zu können, er wandte sich daher, durch seinen
Freund Nußpammer aufgemuntert, an den rühmlich bekannten Di-
rector Klieber, der den jungen vielversprechenden Künstler mit Ver-
gnügen unter seine Schüler aufnahm, ihn durch 6 Jahre in seinem
Atelier ununterbrochen beschäftigte und überhaupt auf das freundschaft-
lichste behandelte. Mittlerweile hatte D. auch seine Studien auf der
Akademie fortgesetzt, und 1320 den Preis beym Modellstudium erhal-
ten. Der Unterricht des verdienstvollen K l i e b e r , verbunden mit
der practischen Ausführung so vieler mannigfacher Gegenstande, wie sie
in dessen Atelier zu treffen sind, zeigte bald die günstigsten Wirkungen
für die Ausbildung des jungen Künstlers; D. wurde mehr bekannt und
erhielt selbst bald kleinere Au/trage zur Ausführung, die mit dem ehrend-
sten Beyfalle aufgenommen wurden. Der lehrreiche Umgang mit vielen
ausgezeichneten Künstlern, wie z. B. Kupelwieser, Ried er u. A.
wirkte ebenfalls vortheilhaft auf das Fortschreiten D.'s. 1325 wurde er durch
den vortheilhaft bekannten Maler Daff ing er dem Grafen Ladis lau's
Festetics empfohlen, auf dessen Gütern D. durch einige Jahre Be-
schäftigung fand, und Gelegenheit hatte, sich in seinem Fache zu ver-
vollkommnen. Zu jenem Standpuncte gelangt, wo ihm der Nahme
eines Künstlers in voller Bedeutung des Wortes beygelegt werden kayn,
beschäftigt sich D. noch fortwährend mit Arbeiten in Stein und Elfen-
bein, deren Mehrzahl vortrefflich genannt werden kann. D.'s Darstel-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie