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Dietrichstein, Franz Fürst.
wichtigstenVerhandlungeü Theil. Sein Sohn Franz (s. d.), Cardinal,
Bischof zuOlmutz und Statthalter in Mahren, geboren 1570 war der
eigentliche Gründer der Große seines Hailses. KaisecRudo lvh I I . hatte
dem Hause 1537 den Orafenstand ertheilt. Ferd inand I I . aber gab
demselben, durch des Cardinals Verdienste bewogen, die Fürstenwürde
für den Ältestgebornen 1631. Dessen Neffe Max im i l i an Fürst v. D.,
war 1621 kais. Obersthofmeister, Conferenzminister und Ritter des gol-
denen Vließes. Ferd. Ios. Fürst v. D., geboren 1636, war ebenfalls
kais. Obersthofmeister und Conferenzminister, auch Ritter des goldenen
Vließes. Car l M a x i m i l i a n Fürst v. D. war k. k. wirkl. geheimer
Rath und erlangte 1769 durch Erbschaft von seinem mütterlichen Groß-
vater Grafen von Pros kau dessen Herrschaften und nahm dessen Titel
und Wapen an. I o h . Bapt . Fürst v .D . , geb. 1723, war k. k. Ge-
sandter am dänischen Hofe, dann geh. Rath, Oberststallmeister und
Ritter de) goldenen Vließes, 1734 verkaufte er Pros kau an den
König von Preußen, 1302 erbte er die steyerischen Fideicommiß-Herr-
schaften der gräflichen Familie Lesl ie und starb 1303. Sein ältester
Sohn, der jetzige Fürst Franz Ios. v .D . -P roskau-Lesl ie , k. k.
Kämmerer und. wirkl. geh. Rath, geb. 1767, war vormahls General-
major im Ingenieurcorps, erhielt beym Sturm aufV a l en c i en n es den
M. Theresien-Orden, und wurde zu mehreren diplomatischen Sendungen
verwendet. Er schloß 1300 den 15. Iuly mitLahor ie den Waffenstillstand
von Parsdo rf und trat 1301 außer Dienst. 1309 war er in Galizien,
zuerst als Obersthofmeister des Erzherzogs F r a n z , Herzogs von Mo-
den a, und dann bis zum Wiener-Frieden als k. k. Hofcommissär an-
gestellt.
Dietrichftein, Franz Fürst v., Cardinal und Bischof zu O l-
müb, ein in jeder Beziehung großer Mann, wurde den 22. August
1570 zu M a d r i d , wo sein Vater Adam Freyherr von Tuetrich-
stein als Gesandter Max imi l ian 's I I . lebte, von dessen Gemahlinn
Margare tha von Cardona, einer spanischen Herzogstochter, dem
königl. Geblüce oon Arragonien verwandt, geboren. Nachdem seine Familie
nach Deutschland zurückgekehrt war, studirte erinPrag und legte hier den
Grund zu seiner nachherigen ausgebreiteten Gelehrsamkeit. Der schon früh-
zeitigen Neigung zum geistlichen Stande folgend, ging er hierauf nach
V I I I . zu seinem geheimen Kammerer, nachdem er schon früher Dom-
herr der Cathedralkirchen zu B res lau und Olmül ; geworden war.
Der Todesfall seines Vaters, der am 5. Februar 1590 erfolgte, und
das Verlangen, von seinen Canonicaten persönlich Besitz zu nehmen,
bewogen ihn, die Erlaubniß zu einer Reise nach Deutschland nachzusu-
chen. Überall, besonders vom Kaiser Rud olph I I . wurde er mit Aus-
zeichnung emvfangen; in Olmütz fand die Besitznahme des Canoni-
cates leine Schwierigkeit, desto mehr zu Bres lau. Weder die Ver-
' wendung des Papstes noch die des Kaisers änderte die Gesinnung des
Capitels; alles, was sie bewirkten, war, daß D. Domicellardomherr
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie