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D o b x c n t c i.
W ü r t h , Unterdöbl ing gehört jedoch seit 1307 dem Stifte Klö-
stern euburg, welchem es zu dieser Zeit von Leopold von Sach-
sengang geschenkt wurde. Allster der schonen Pfarrkirche zu S t . Pau l ,
welche schon im 14. Jahrhunderte erbaut/ jedoch vor einigen Jahren
fast ganz neu auf das geschmackvollste wiederhergestellt ward, besitzt der
Ort auch ncch die St. Iohannis-Kirche, in welcher jedoch gegenwärtig
?ein Gottesdienst mehr gehalten wird.
Döbrentei, Gabriel v. , aus einem zu Högyest im Eisen-
burger Comitat seßhaften adeligen Geschlechte Augsb. Conf., ward den
1. Dec. 1736 zu Nagy-Szö l lös in der Wesprimer Gespanschaft
geboren. Den ersten Schulunterricht erhielt er zu Päpa, von wo ec
das Odenburger evangel. Collegium bezog, und da bis 1305 siudirte.
Die Liebe zur Poesie erwachte schon frühzeitig in ihm, und Barüt i 's ,
vorzüglich aber Any os's Schriften munterten ihn „auf, selbst einige
Versuche zu wagen, welche ihm einen PlaD in der Odenburger ungar.
Gesellschaft verschafften. Nach einem Jahre trug ihm diese sogar die Auft
sicht ihrer Bibliothek, und spater das Secretariat auf. In dieser
Eigenschaft gab er, unter der Leitung des Präses, Professor Ra jcs
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ft r, t r r it r , r f r j ,
eine auserwählte Sammlung der Schriften der Gesellschaft heraus.
(^ V.' soproni ina^ar tar3252Z rnunliäjin2lc 256NA6)'i. Odenburg,
Kazinczy führte, hatte grosien Einfluß auf seine llterarische Bildung.
1305 bezog er die Universität W i t tenberg , wo ihn P ölitz's ästhe-
tische Vorlesungen am meisten anzogen. Hier verlegte er sich auch auf
die franzosische Sprache, nachdem er sich schon früher mit der deutschen
und italienischen befreundet hatte. Einige Gedichte in Wit tenberg
geschrieben, stehen in Ragaly's Zegitä (Ofen, 1307). 1306 ging
er nach Leipzig, wo er die Collegien der dasigen berühmten Professoren
fleißig besuchte, nebstbey englisch lernte, wozu ihn Ossi an, den er
zuerst aus Batsänyi 's Übersetzung kannte, bewog. 1307 kehrte er
in sein Vaterland zurück. Er hegte den Wunsch, in Siebenbürgen eine
Anstellung zu bekommen, um hisr die ungar. Sprache in ihrer Unver-
derbtheit kennen zulernen; auch glückte es ihm, auf Kazinczy's An-
empfehlung sogleich in das Haus der Gräfinn Susanna Gyu la i nach
Oläh-Andrasfa lva zukommen, und erübernahm ein Jahr darauf
(1309) die Erziehung ihres Sohnes L u d w i g . In demselben Jahre
machte ev einen Ausflug nach Szephälom, Kazinczy, den er
noch nichr personlich kannte, zu sehen; 1314 einen mit dem Freyherrn
N ik las Wessel«nyi nach Norditalien, kehrte über Fiume und
Croatien nach Ungarn zurück, wo er Bercsenyi in M i k l a , Kis-
fa ludy m Sümegh, die Dichterinn Jud i th Taläcs in Duka
besuchte. Hier beginnr die schönste Periode seines Wirkens, welche sein
Andenken in Siebenbürgen unvergeßlich macht. Noch 1313 mit seinem
Zöglinge nach Klausenburg gezogen, versammelte er hier um sich
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie