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D o m ö s . — D ö t t i c r . 73l
die gelehrtesten Männer Siebenbürgens, und gab von ihnen, die er
zur ungar. Schriftstellerey anfeuerte, unterstützt, in zwanglosen Bänden
die Zeitschrift: ^i'(löl^i^Ili86nm (Klausenburg und Pesth 1314 — 13.
10 Bde.) heraus, ein reichhaltiges Maaann des Outen und
Schg
zi onen,
mit vorwaltender philosophischer und ästhetischer Tendenz, das nicht nur
in Siebenbürgen ein neues Licht verbreitete, sondern überhaupt die ungar.
Literatur um einige Jahrzehnte vorwärts führte. Als Anerkennung seiner
Verdienste ward D. 1313 zum AffeisorderHunyader Gespanschafr ernannt
und dasselbe Jahr wurde auf ihn zu Carls bürg, mir Bewilligung
des Ouberniums, eine silberne Denkmünze geschlagen (die erste mit ungar.
Aufschrift). D. verlies; in einiger Zeit Siebenbürgen, und zog sich nach
Pesth, wo er 2 Bde. seines übersetzten Theaters ausfertigte (l^iilsol
lij 52illja^l<ai. Kaschau und Wien, 1321—22), enthaltend Mül l -
ner's Schuld und Moliere's Geizigen, sammt der Geschichte des
deutschen und französischen Theaters, den Biographien deutscher und
französischer Schauspieler, u. s. w. Shakespeare's Macbeth, den
er noch in Siebenbürgen für die dortigen Bühnen in Prosa übersetzte,
begann er hier metrisch zu übertragen, und vollendete ihn zu Wien,
wohin er 1323 zog. 1325 ward er zweyter substituirter Provinzial-
Commissar im Ofner District. Während seines Aufenthaltes in Wien
lieferteer mehrere Artikel über ungar. Literatur in Hormayr's Archiv
fur Geschichte, und schrieb ein historisches Werk: ^la^ar <1<>l^o!< Z(365-
den. In Ofen schrieb er 1325: Vo5?ta, einen Roman in Briefen,
U, a. m. D.'s Oedichte im i^rcle!)i Ivlu5?urn, ^x^pIit^i'Iturai a^n-
ci^^ von 1321, ^ui-ora, Heb« und IvoZ^sirli zerstreut, zerfallen in phi-
losophische Oden, didaktische Oedichte, Lieder, Episteln und Epigramme,
vorzüglich verdienen aber angeführt zu werden: I^n^St-rn^ii diacial,
Epos in 5 Gesängen, in Ossian'scher Manier (Aurora 1822) und
Ngn^oi-f^el-vIi-, in einem Gesang in Strophen (Aurora 1323). Au-
ßerdem hat man von ihm viele treffliche ästhetische Aufsähe im ^rdei^i
Uu56um, in (^kal-Ic^i-f^tc) anelcciutäk (Pesth, 1326).
Dömös, ungar. Dorf an der Donau, im Graner Comitat.
Hier sind noch die Trümmer der von Almus, dem Vater des blinden
Bela, gestifteten Propstey St. Margareth.
Döttler, Remig., Professor der Physik, geb. zu Wien den
7. Aug. 1743, trat nach Beendigung der Gymnasial-Studien 1764 in
den Orden der frommen Schulen, und wurde schon 1766 bey dem Lehr-
amt in deutschen Schulen, und dann von Jahr zu Jahr stufenweise in
-den lateinischen verwendet. Während dieser Zeit lag er den philosophischen
und theologischen Studien ob. 1777 und 1773 lehrte er in der Theresia-
nischen adeligen Akademie zu Lemberg die beyden Humanitätsclassen,
und gab zugleich Unterricht in der Civil- und Militär-Baukunst. 1779
und 1730 lehrte sr Philosophie und Mathematik. All^n diesen Lehr-
fächern stand D. mit ausgezeichnetem Eifer vor. Bey einer öffentlichen
Disputation, welcher sich die adeligen Zöglinge unter seinem Vorsitze
unterzogen, zeichnete er sich so ehrenvoll aus, daß ihn seine Ordens-
vorgesetzten zurückriefen, und ihm durch 3 Jahre die Lehrkanzel der
Philosophie, Ahysit und Naturgeschichte für die jungen Cleriker in ver-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie