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Donnerberg. — Dornbach. 743
seine Kunstwerke hinübergingen. Tiefes Studium der Natur, Richtig-
keit der Zeichnung, wohlüberlegte Vertheilung und eine seltene Fertig
keit verräth jedes seiner Werke, wohl Niemand dürfte dagegen Ein-
wendungen erheben; allein auf der einen Seite ist auch zu gestehen,
daß nicht immer sichere Kühnheit Heroortritt, und daß seine Phantasie
wohl manchmahl zu kalt und blüthenleer erscheint. Diese Behauptung
rechtfertigt sich durch die Betrachtung seines heil. Ma r t i n , des Mau-
soläums im Dome zu Presib urg, und der Statue Kaiser Carl's VI<
im Belvedere. In vieleil Garten und Höfen Wien's befinden sich Büsten
und Statuen von seiner Hand, die alle mehr oder weniger das Gesagte
beweisen, und den Wunsch rege machen, daß solchen Künstlern ja stets
die gehörige Unterstützung werde, auf daß sie den ächten Flug wagen,
und ihre Phantasie von außen nicht erdrückt werden möge! — Zwey sei-
ner geschätztesten Werke, darunter wohl das größte, verdankt die Nach-
welt dem Wiener Magistrate: Andromachens Rettung durch Per
seus, aus weichem Metalle, ob dem Nathhausbrunnen; ulld die herrlichen
Gebilde an dem großen Brunnen des neuen Marktes. In zwey Jahren
waren sie vollendet, mit Kraft und Liebe hatte D. gearbeitet; min-
der die Hauptfigur, die Vorsicht, als hauptsächlich die Nebenfiguren
am Rande des Bassins, die Enns, Traun, Ubbs und March, öster-
reichs erste Flüsse, vorstellend, werden zu allen Zeiten bey dem Kenner
Würdigung finden. Unter D.'s bedeutendere Schüler gehören vorzüglich
seine beyden Brüder Math ias , Medailleur und Professor an der
Wiener/Akademie, und Sebast ian, ein talentvoller Bildhauer. Nebsi
diesen Oser, Rossier und die beyden Mo l l , Nahmen, die allein ge
eignet wären, ihres Meisters Nachruhm für immer zu sichern.
Donnerberg, der höchste Berg im nördlichen Mittelgebirge Böh-
mens, 2,514 P. F. über der Meeressiäche.
Dornbach, niederösterr. Dorf und Herrschaft im V. U. W. W„
eine Stunde außer Wien gelegen, mit 860 Bewohnern in 34 Häu-
sern. In dem anstoßenden fürstl. Schwarzenberg'schen Schlosse und
Park Neu waldegg, befinden sich verschiedene abwechselnde Parthien
mit Lusthäusern , Teichen, einer Fasanerie und dem sogenannten
Holland. Dörfchen auf einer Anhöhe, welches aus einer Anzahl höl-
zerner Häuser und aus einem stockhohen niedlich eingerichteten, eine
anmuthige Aussicht gewährenden Hause besteht. Lacy war der Schö-
pfer dieser Anlagen, und der frühere Besitzer des Schlosses und Parkes.
L a.c y har sich in diesem Parke selbst seine Grabstätte ersehen, und
ihr den Nahmen Mori tz-Ruhe gegeben. Sie befindet sich in einem
entlegenen einsamen Theile des Gartens. Ein einfaches, festes, mit
einem eisernen Gitter versehenes Gebäude verschließt die irdischen Reste
des Kriegers. Auf der Erde sieht man zwey große Grabsteine mit den
Inschriften: Hlc^iNZ auF6nllii- Konoid und 1?i6t5m ßcnuä^u? 5^rva-
dn. Unter der letzteren liegt der General B rowne , Lacy's Neffe,
unrer der ersten Lacy selbst begraben. — Von großer Wichtigkeit für
Wien sind die Dornbacher Wasserleitungen, welche in Röhren über
Hernals bis Wien laufen. Das unleve Gut D. gehört dem Bene-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie