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744 Dornbirn. — Doxat.
dictinerstifte St . Peter in Salzburg/ das obere Out zu dem fürstl.
Schwarzenberg'schen Gute Neuwaldegg.
Dornbirn (richtiger Dornbüren), ein ^Stunden langer Markt,
am Fuße des Gebirgs an der Losen, das größte Kirchspiel in Vorarl-
berg und Sitz des gleichnahmigen k. k. Landgerichtes (von 2 -^ Q. M.
und 1l, 100 Einw.), mit den Erposituren Hatlerdorf, Oberdorf
und Haselstauden und mehr als 6,000 gewerbfleißigen Bewohnern,
die sich mit Musselin- und Kattunfabrikation beschäftigen und bedeu-
tcnden Handel treiben. Die hiesigen Viehmarkte sind schon wegen D.'s
Lage zur Schweiz :c., die besuchtesten des heerdenreichen Landes. D. war
ehedem ein Neichsdorf und nachher Bestandtheil der Reichsgrafschaft Ho-
he n e m s.
Dorocb, einer von den Hayduckenflecken in Ungarn in der Sza-
bolcser Gespanschaft, mit 6,640 Einw.
Dorosma, ungar. Dorf, im Districte Klein - Kumanien,
mit 8,030 Einw. und einer kathol. Hauptschule.
Dot is, ungar. Marktflecken im Comorner Comitat, besteht ei-
gentlich aus zwey Flecken, dem eigentlichen D. und Tovaros. Der
eine liegt auf einem Hügel und wird die Oberstadt genannt, mit 4,870
Einw. swovon 400 Juden); der andere an einem eine Stunde langen
und 400 Klafter breiten fischreichen Teiche gelegen, heißt die Seestadt
und zählt 4,000 Einw. Zwischen beyden sieht man die Trümmer eines
berühmten Schlosses, welches einst König Mathias Corvinus be-
wohnt bat. D. hat ein gräfl. Esterhä z y'sches Schloß, mit schönem eng-
lischen Garten, ein Piaristencollegium mit Gymnasium, eine Haupt-
schule, heilsame warme Bader, gute Marmorbrüche (bey Szt. Iv a n y),
eine Fayencegeschirrfabrik, mehrere Tuch- und Kotzenmacher, ein Mi-
lirärspital:c. Man rechnet zu seinen Merkwürdigkeiten den großen Kel-
ler auf 50,000 Eimer (eigentlich im Dorfe Baj ) , worin ein großes,
1,420 Eimer haltendes, Faß liegt. In der Umgegend sind römische Al-
terthümer, bedeutende Ökonomie und Schafereyen. Durch D. führt von
Szöny her, die sogenannte Fleischhackerstraße durch den Bakonyer-
wald nach Ofen, welche viel kürzer ist, als die Hauptstraße.
Doxat, Nicol., geboren zu Iverdun in der Schweiz 1682, ein
großer erfindungsreicher Ingenieur, nahm 1707 churpfalzische Kriegs-
dienste, und wohnte verschiedenen Feldzügen, der Belagerung von Lillc
1703, und der Schlacht bey Dena in 1712 bey. Nachdem es ihm in
diesen nicht mehr gefiel, ging er in österr. Dienste über, zeigte in dem
Feldzuge in Ungarn als Adjutant des Generel Mercy viele heroische
Eigenschaften, und wurde in der Schlacht bey P eterw ardein, so
wie auch bey der Belagerung von Temeswar, gefahrlich verwundet,
hatte aber dabey durch eine von ihm bewirkte Communication und durch
zwey Angriffe die Eroberung der Festung entschieden, daher ihm der
Prinz Eugen nach Vollendung dieser Kriegsoperation große Auszeich-
nung erwies. Er wurde Oberstlieutenant, kämpfte in der furchtbaren
Schlacht bey B e lgrad, erhielt die Oberaufsicht über die Festungen in Ser-
bien und im Temeswarer Banat, und wurde 1733 Oeneralfeld-
Wachtmeister. Nun wollte er sich in die Schweiz zurückziehen, was aber
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie