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752 Drexler. — Dreyßigjahriger Rrieg.
für die Erhaltung der Cassen Sorge tragen, da es äußerst schwer seyn
werde, Dresden zu entsetzen." Diesem Auftrag entsprach der Feldherr
vollkommen, nachdem er nach 27tägiger Einschließung, wahrend welcher
er die Stadt auf das entschlossenste vertheidigte, da jede Hoffnung eines
Entsatzes ferne war, am 4. Sept. 1759 eine ehrenvolle.Capitulation er-
zw.ing, in Folge welcher die Besatzung mit ihrem Gepäck, Geschütze und
Geldwagen mit allen militärischen Ehren frey von Dresden abzog.
Dennoch siel Schmettau in Ungnade des Königs, und wurde vom
Heere entfernt.
Drexlcr, Ant. Ferd., ordentlicher Lehrer sämmtlicher deut-
scher Unterrichtsgegenstände im k. k. Civil - Mädchen - Pensionate in
Wien und vaterländischer Schriftsteller, ward geboren zu Eydl ih
in Böhmen den 12. Nov. 1774. Durch Protection des Grafen Rotten-
hann kam er 17.89 auf das Gymnasium zu Komotau, wo sich schon
D.'s Anlage zu dichterischen Aufsätzen auf das entschiedenste äußerte.
1794 bezog er die Universität Prag, verließ selbe aber wieder nach Jah-
resfrist und begab sich nach Wien, wo er das Lehrfach wählte. So lebte
er, theils als Erzieher, theils als Privatlehrer durch längere Zeit, als
er 1815 von den Professoren der k. k. Forstlehranstalt zuMariabrunn
den Vorschlag erhielt, in diesem Institute außerordentliche Vorlesungen
über den Geschaftsstyl zu geben, welches er bis zur Erlangung seiner jetzi-
gen Stelle fortsehte. Seine Schriften sind unter andern folgende: Ver-
suche in einigen Dichtungsarten. Wien 1312. Tabellarische Übersicht des
deutschen Sprachgebäudes, eb. 1312. — Poetisches Hülfsbuch, eb.
1316.
Dreyherrenspiy, Berg in den rhätlschen Alpen s. unter Alpen.
Dreysefsel, 3,793 Fuß hoher Berg des Böhmerwaldes (an der
bayerischen Gränze).
Dreyßigjahriger Rrieg 1613—43. Die Weltgeschichte enthält
wenige Begebenheiten, die in ihren politischen Beziehungen so eingrei-
fend und in ihren Folgen nach allen Richtungen von so großer Bedeu-
tung sind, wie der D. K. Um so wichtiger ist es, die Ursachen und
Veranlassungen desselben ergründen, und in ein gehöriges Licht zusetzen.
Sie theilen sich in entferntere und nähere; doch alle stehen in sehr enger
Verbindung, ausgehend aus einem gemeinsamen Brennpuncte, der
durch Luther bewirkten Religionstrennung. Die Einigkeit zwischen
Haupt und Gliedern ward zerrissen; der Passauer Vertrag 1552, der
Äugsburgische Religionsfriede 1555. und die große Anzahl der ge--
Heimen Separatartikel waren vergebens; Deutschlands Ruhe erlag
den endlosen Beschwerden der Parteyen. Die oft ergriffenen Mittel,
diese zu heben, wurden neue Ursachen zu noch größeren Verwirrungen.
Die Gegenreformationen auf der einen, die fortwährenden Neuerun-
gen auf der andern Seite nährten den Zwist; dazu traten zuletzt noch
fördernd politische Ereignisse, als der Marburgische Erbfolgestreit 1604,
der Iülich-Clevische 1609, die österreichischen Hausunruhen und die
Einwirkung Frankreichs und der Niederlande durch Morik von O r a-
nien. So entstand die Union der correspondirenden deutschen Für-
sten 1609; ihr enrgegen die Liga der Katholiken 1610 und nun
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie