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Drohobycz. — Dubravius p. Dubrawa. 75»
höhlten sich, beyden fehlte es aber all guten Feldherren. Überhaupt wur<
dc der Krieg nicht mehr mit gehörigem Ernste geführt. Zwar vereinigten
sich Turenne und Wrang el im Iuly 1646 bey Gießen, drangen
in Bayern und Schwaben ein, und nöthigten die ehemahlige Liga zum
Ulm'schen Waffenstillstände (14. März 1647); Frankreich liest es je-
doch am nöthigen Nachdrucke fehlen. Der Kaiser erhohlte sich; Bayern
brach den Stillstand, und die Schweden wurden bedrangt. Zum zwey«
ten Mahle vereinigte sich Turenne mit Wrangel; der kaiserl. Ge-
neral H olzapfel (Melander) wird bey Lauingen geschlagen, und
der Churfürst von Bayem aufs äußerste gebracht. Die Franzosen hin-»
derten abermahls die Schweden am weiteren Fortschreiten.—Alles seufz-
te nach Frieden ; die Unterhandlungen hatten langst begonnen, waren aber
immer wieder unterbrochen worden. Eben kam mit neuen Truppen und
Geldern der Pfalzgraf Carl Gustav von Schweden nach Deutsch-
land; eben hatte sich Königsmarl der Kleinseite von Prag bemäch«
tigt (15. Iuly 1643), und an die förmliche Belagerung gemacht,
als der Friede abgeschlossen wurde (!4. Oct. 1643), der von den Orten,
wo er zu Stande kam, nähmlich zu Münster mit Frankreich, zu
Osnabrück mit Schweden, der westphälische heißt. —Dazu war es
nun auch höchste Zeit, sollte Deutschland nicht an den selbstqeschlagenen
Wunden verbluten. Das Glück von tausend und tausend Familien lag
zertrümmert; kaum gab es einen Winkel, wo der Krieg die Fackel der
Verheerung nicht geschwungen hatte. Ein furchtbare's Sittenverderbniß
war allenthalben emgeriffen; jeder rechtliche Besitzstand vernichtet,
das Nationalgefühl beynahe ganz verschwunden. An Handel, Kunst und
Wissenschaft ist wohl da nicht zu denken, wo Anarchie herrscht, und je-
der Tag mit neuen Gefahren droht. — Die politischen Folgen, bezie-
hungsweise vortheilhaft, entwickelten sich erst vollkommen aus den Be-
stimmungen des westphalischen Friedens (s. Friedensschlüsse).
Drohobycz, galiz. Stadt im Samborer Kreise, in einer frucht-
baren Gegend, lnit 7,2W Einw,, die zum Theil von Gewerben oder
der königl. Salzsiederey (jährl. 70,s)0l) Crr.) leben, und mit Getreide,
Leder, Leinwand und Töpferwaaren Handel nach Ungarn treiben. Die
kathol. Hauptkirche ist ein schönes Denkmahl gothischen Baustyls, und
gehört zu den schönsten Kirchen des Landes. Die griech. Basilianer-Mön-
che haben hier ein Kloster mit einer deutschen Hauptschule.
Dudiecko, galiz. Städtchen im Sanoker Kreise, mit einem schö-
nen grafl. Krasinski'schen Schlosse und prächtigen Gärten.
Dubmcz, ungar. Marktflecken im Trentsiner Comitat, mit
elnem großen gräfl. Illeshazyschen Schlosse, worin eine bedeu-
tende, an Handschriften sehr reiche Bibliothek sich besindet, und woran
ein grosier Garten stösit.
Dubravius von Dubrawa, Ioh , vor der Erhebungseiner
Familie in den Ritterstand Skala genannt, gehört zu den seltensten
literarischen Erscheinungen des l6. Jahrhunderts. Seine Verdienste zu-
nächst um Böhmens Geschichte hat schon der berühmte de Thon ehren-
voll gewürdigt; sie sind zu allen Zeiten anerkannt, und mit Recht her-
vorgehoben worden. Er wurde zu Pilsen gebore«/ und ging/ als
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie