Page - 760 - in Österreichische National-Enzyklopädie - Buchstabe A-D, Volume 1
Image of the Page - 760 -
Text of the Page - 760 -
M Dubrawnik. — Ducaten.
er im Vaterlande die Vorstudien vollendet hatte/ nach Italien, um sich
an den dortigen hohen Schulen den Rechtswissenschaften zu widmen. Mit
der Doctorswürde bekleidet, kehrte er von da wieder zurück/ und erhielt
ein Canonicat zu O lmütz , wo er auch spater Archidiacon wurde.
Der damahlige Bischof St a n i s l a u s T u r z o schätzte den ge-
lehrten jungen Mann ungemein, und verwendete ihn nicht selten zu
wichtigen Geschäften. So führte er bey Wien's Belagerung 1529 die
Hülfstruvpen desselben an, nachdem erschon früher mehrmahls alsAbgeord-
neter vielseitige Gewandtheit entwickelt hatte. Nicht minder schenkte ihm K.
Ferd inandI . vorzügliches Zutrauen; seine ausgebreiteten Kenntnisse,
sein heller Verstand, und seine Erfahrungen machten ihn unentbehrlich.
Seine vielen Verdienste lohnte der Monarch nach Tu rzo's Tode mit der
Bisthume zu Olmütz. Zehn Iabre verwaltete er dieses mit seltner Aus-
zeichnung/immerfort thatig für Kirche und Staat. Als sich im Schmal-
kaldischen Kriege die Böhmen des Kaisers Feinden anschlössen, hielt
seine Klugheit Mähren davon ab, und nach Beylegung der Unruhen trat
er versöhnend zwischen F e r d i n a n d's gerechten Zorn und das
strafbare Volk. D. starb am 6. Sept. 1553. Von seinen litera-
rischen Arbeiten, die größtentheils zu Proßnitz in Mahren gedruckt
worden sind und selten vorkommen, sind die vorzüglicheren: Ui^wi-i
Vokemia?, Proßnitz, 1552. (Erste Ausgabe; sehr selten.)
not. «lordani. Frankfurt 1637. — I>.it)6llu3 de piscinis, et
cium, qui in iis aluntul-, natui-18. Breslau 1547. (Diese Schrift
hat unläugbar sehr vortheilhaft auf Mährens Teichpfiege eingewirkt; sie
wurde durch Anton Fugger veranlaßt, dessen Teiche in Ungarn ganz
unbenutzt lagen.) — Noigtcila de Uccl63ia6 Oeconomia; alt^ra 6
I^iturAia; Oratiuncula in Nliptli8 I^6^i5 ^Oionia6 8i^i5M
nioi'18; Oi-alio 2<1 rundem 8i^l3munc)um c^e auxilio contra
(Diese 4 Stücke erschienen zusammen zu Prosinih, 1549.) In poli-
tischer Beziehung vorzugsweise bemerkenswerth ist D.'s:
5IV6 InimallUIN <^6 I-6^il8 PI-I6c6pti3 C0N8uItaii0,
HungÄl-i26 6t Vonenn'as ^6A6M, welche der königl. polnische Arzt
Ioh . Antoninus zu Krakau 1521 dem Drucke übergab. Von
seinen noch früheren literarischen Producten sind noch anzuführen:
ÜVIai-lianl^ I^oelia Cgvella de ^uptil3 ^lel-^rii et ?nila30pni36,
curn 2dn0t2ti^nil)U5 ^c)2nni3 vubravii, Wien 1516. Aus der Zu-
schrift von 1515 an den Bischof Stanis laus Turzo ersehen wir,
daß D. damahls schon sechs Jahre in dessen Diensten war. Doch
ging er erst spater nach Padua, um in den Wissenschaften noch gründ-
lichere Fortschritte zu machen. Viele seiner Werke wurden nachgedruckt.
Dubrawnik, s. Daubrawnik.
Ducaten, eine Goldmünze in Osterreich und eine Silbermünze in
Italien. Über die Abstammung ihres Nahmens sind die Meinungen getheilt.
Nach Einigen soll Longino Duca Fürst von Ravenna sie zuerst
haben prägen lassen; nach Andern der heil. Noger I I . von Apul i en,
(1140) in Gold mit dem Bilde Christi, und'der Inschrift: 8it t ibi,
Ck?-i5w, 6aw3, yueln w sk>zi3, ,'5l6 Vucaw3. 1230 kommen sie in
Venedig vor, und schon in der Mitte des 14. Jahrhunderts in Un-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie