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764 Duport . — Dur i ch.
ausgegraben, welche die Alterthumsforscher auf die Meinung brachten,
daß hier das Municipium Noviodunum gestanden haben könne.
Dupor t , s. Theater in Wien.
Duppau (Tuppau), einefürstl. Col loredo-Mannsfeld '-
sche Schutzstadt im Elboyner Kreise Böhmens, in einem Thale am Au-
bach, mit 1,340 Einw., einem Schlosse, einem Piaristencollegium und
Gymnasium, einer Hauptschule, einem Spital, und einer Tuchfabrik.
Durchlaucht (nach dem Lateinischen P6l-illu5tri8 serenug), ein
Titel, welchen Kaiser Carl IV. 1376 zuerst den weltlichen Churfürsten
ertheilte. Später erhielten ihn auch die Fürsten, welche auf dem Reichs-
tage Sitz und Stimme hatten. In neuerer Zeit gebührt er in Deutsch-
land und so auch in Osterreich ausschließlich den Hauptern weltlicher
Fürstenhauser. Der deutsche Bund hatte nähmlich am 13. Aug. 1325
den Beschluß gefaßt: daß den in Folge der Auflösung des deutschen Reichs
mittelbar gewordenen, vormahls reichsständischen Familien ein ihrer
Ebenbürtigkeit mit den souveränen Häusern angemessener Rang und Titel
gewährt, und den Fürsten das Prädicat D. ertheilt werde. Diesem Be-
schluß gemäß ward den Chefs der mediatisirten vormahligen reichsfurstl.
Häuser in Deutschland überhaupt, und seitdem derselbe in den österr.
Staaten durch besondere kaiserl. Anordnung vom 9. Sept. 1825 seine
volle Gültigkeit erhielt, das Ehrenprädicat D. gleichfalls den daselbst
begüterten oder domicilirenden fürstl. Personen solchen Ranges zugestan-
den. Die mediatisirten Fürsten-Familien, welche in Osterreich domici-
liren und auf deren jedesmahligen Chef der Bundesbeschluß vom 13. Aug.
1325 seine Wirksamkeit zu äußern hat, sind: Auersperg, Col lo-
redo-Mannsfe ld , Dietr ichstein, Esterhäzy, Kaunitz-,
Rietberg, Kh even hül ler , Lobkowitz, Met tern ich, No-
senberg, Sa lm - Reifersch eid - Kra uth eim, Schönburg-
Na ldbu rg , Schönb urg-Hartenstein , Schwarzenberg,
Starhemberg, Trautman nsdorf, Windischgra tz. Nur den
Chefs dieser Familien gebührt daher der Titel D., welchen auch nebst den
vielen andern in Osterreich befindlichen, besonders im österr. Militär ange-
stellten fürstlichen Personen aus souveränen Häusern, der regierende Fürst
von Liechtenstein hat. Na poleon's Sohn erhielt den Titel D. mit
Belehnung des Herzogthums Reich stadt in Böhmen. S.Erlaucht.
Durich, For tunat , ausgezeichneter Slavist und Historiker,
wurde am 23. Sept. 1735 zu Turn au in Böhmen geboren, wo sein
Vater Bürger und Steinschneider war. Er besuchte die lateinischen
Schulen bey den Piaristen zu Kosmanos, trat hierauf in den Pau-
linerorden und las 1753 die erste Messe. Seine Obern verwendeten
ihn zum Lehrfache, und er trug durch mehr als 20 Jahre seinen Ordens-
brüdern zu Wien, München und Prag Theologie und die morgen-
ländischsn Sprachen mit glücklichem Erfolge vor. Hier schloß er mit dem
nachmahl so berühmten Dobrowsky ein inniges Freundschafrsverhält-
nisi, und Beyde verlegten sich nun gemeinschaftlich auf die arabische und
hebräische Sprache. So lieb indessen D. diese Studien waren, hatte er
doch mehr Hang zur slavischen Literatur, und er übte dadurch offenbar
auf seinen Freund einen höchst vortheilhaften Einfluß aus; so wie über-
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe A-D, Volume 1
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe A-D
- Volume
- 1
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 788
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie