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368 Geysa, Groß herzog der Ungarn.
das durch sie bedeutend vermehrte Vermögen ihnen die Oeschöfte gan:
überließ, obschon er noch bis zu seinem 1804 erfolgten Tode mit dem Nah.
men in der Firma ftgurirte.Zu dieser Zeit'associirtcn sich ihrerseits die bey«
den Brüder mit ihrem Neffen Io H.Heinrich (Falkner) Geymüller
(Sohn einer Schwester, der aber schon in der Schweiz seinen mütterli-
chen Nahmen auf ihre Veranlassung durch einen gerichtlichen Act ange-
nommen hatte), welcher zu Basel den 12. Apr. 1781 geb., von frühe-
ster Jugend zu ihrem Geschäfte gebildet und seit 1796 in demselben un-
unterbrochen thätig gewesen war. — Alle drey vereint bildeten von 1805
an das Haus Geymüller u. Comv., und wenn I oh. Jacob sich 1812
bewogen fand den Geschäften zu entsagen, so geschah es nur um denver-
hepratheten Bruder und Neffen seinen Antheil daran zu überlassen, denn
er blieb immer mit Rath und That in dem freundschaftlichsten Verhältniß
zu ih'nen. — Das Haus nahm an allen seit 1797 sich ergebenden öffent-
lichen Geld-und Creditsgeschäften bedeutenden Antheil; 1810 wurden die
drey Eigenthümer desselben vom Kaiser Franz aus eigenem Antrieb in den
österr. Ritter- und 1824 in den Freyherrnstand erhoben; an dem Notisica«
tionstage dieserAuszeichnung starb der ältere (I.Apr.IL24), nachdem erkurz
vorher seinen jüngsten Sohn verloren hatte. Seiner Witwe, Bruder und
Neffen hinterließ er die Vormundschaft über i Sohn und 8 Töchter, von
denen ihm die jüngste in das Grab folgte, die 7 andern sind sämmtlich
glücklich verheyrathet, und bewäh«n als Gattinnen und Mütter die Sorg-
falt, die auf ihre Erziehung und Bildung verwendet worden ist; den
Sohn bestimmte der sterbende Vater zur Handlung, in welcher Absicht
auch die Societätsverhaltnisse milder Witwe, dessen Mutter, erneuert
wurden, um ihm den ungeschmälerten Eintritt in dasselbe offen zu hal«
ten. 1834 (am 10. May) starb auch der Freyh. Ioh. IacobG. kinderlos,
hinterließ aber sein Vermögen den Kindern seines ältern Bruders, indem,
beyde bey Lebzeiten sowohl für ihre längst verstorbene Mutter, eine ge«
borne Schaub aus derFamiliedesBürgermeisters Wettstein (vomWesi«
phäl. Fr. Congreß bekannt) gebürtig, als auch für ihre Schwestern und der
Einen Kind reichlich gesorgt hatten; das selbst gewählte Motto in ihrem
Wapen: in adversis conslans dürfte fast die beste Lebensbeschreibung der
Verstorbenen seyn, denn zu noch ruhigen Zeiten hatten sie Mittellosig-
keit und Kuminer zu bekämpfen und diesen enthoben, waren sie in stürmi-
schen Zeiten berufen sich andern Sorgen zu widmen und sie gingen ihren
Weg mit Eifel> Standhaftigkeit und Redlichkeit, daher sie denn auch im-
mer sich der persönlichen Zuneigung ihrer Freunde, des Vertrauens der
Geschäftsleute und der Würdigung ihrer reinen Absichten von Seite der
Behörden zu erfreuen hatten. Freyh. Ioh . Heinrich G. ward in Folge
derselben bey Errichtung der k. k. privil. Nationalbank zum Gouverneur-
Stellvertreter dieses Instituts ernannt, und als kurz vor seinem Able«
ben er Krankheitshalber resigniren mußt", wurde sein Neffe als Director
der Verwaltung beygezogen, welche Stelle er noch bekleidet.
Geysa, Großherzog der Ungarn, Sohn des Ungarfürsten Tak-
sony, geboren um 950, wurde durch seine Gemahlinn Saral ta,
Tochter des Herzogs Gyula von Siebenbürgen, und durch seine eigenen
milden Gesinnungen zuerst zur Taufe und zu dem Versprechen bewogen,
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie