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W4 Gouverneur . — Grado.
gerzu machen. Wie unansehnlich sich auch die portative Krambude solch
eines perennirenden Mercnrgeweihtcn darstellt, so hat man doch berech-
net/ daß durch diesen Handelsbetrieb jährlich im Durchschnitte bey 80,000
Gulden dem Gottscheerlandchen zustießen.
Gouverneur, heißt der Landeschef und Präsident eines Guber-
niums. In Illyrien ist ein G. zu Laibach und ein G. zu Trieft, in
Mahren und Schlesien zu Brunn, in Steyermark zu Gratz, in Ty-
rol und Vorarlberg zu Innsbruck. Der Präsident des Guberniums in
der Lombardie zu Mai land, und des Guberniums in den venetiani-
schen P,ovinzen zu Venedig, wird ebenfalls G. genannt. (Landes-
chef des lombard.-venet. Königreichs ist der Vicekönig Erzherzog Rai-
ne r I . d.^.) In Dalmatien, so wie in Oalizien ist ein Civil- und Mi-
litär-G. (In Böhmen heißt der Landeschef und Präsident des Guber-
niums Oberstburclgraf s.s. d.^.) —Vergl.Regierung en in dem Erz-
her z o g t h u m O st e r r e i ch u. d. Ennsundo. d. Enns. — Jeder
O. hac zur Behandlung der eigentlichen Präsidialgeschäfte eine ei^ cne
Präsidialkanzley, zumahl derselbe auch die Ausübung der Landespolizey
im ganzen Umfange zu leiten hat, weßhalb ihm die Polizeydirection der
Provinzial-Hauptstadt unmittelbar untergeordnet ist.
Gradi, Stepl)., war geboren zu Nagusa, um 1620, stu-
dirte daselbst, widmete sich dem geistlichen Stande, wurde Abt und
zeichnete sich durch seine Gelehrsamkeit, besonders als Bibliograph und
Archäolog so vorzüglich aus, daß er als Custos der vaticanischen Biblio-
thek nach Rom berufen wurde, wo er 1683 starb. Im Drucke erschien
von ihm: (^i-inen de laudidus reipuklicae Venetae etzuae pü-
iriäL cladidu«. Venedig 1675, und ein Fragment aus einer Hand-
schrift von ^ppiani ^I?x2n6rini Ii!5tnrill roinana de l)t,Hi5 ül^ii-
ci« (wurde in Schwandtner's <üollecüc) ^ciiptorum i-erum Iiungari-
cailim abgedruckt). Diati-idae antic^uilawm I5llgu5an2ru!n sammt ei-
nem (üoininentai-inius de uri^ine et inci-einento Hi-^is Uaguzanae
und einer Beschreibung des grostcn Erdbebens zu Ragusa, daselbst gedruckt
erschienen nach feinem Tode 16W. Handschriftlich bewahrt von ihm noch
das Archiv seiner Vaterstadt: Maxime poliüclie dei buon
l«11a Il^enuiil)lica di Ii
Gradisca, illyr. Stadt im Görzer Kreise des lüstenländlschen Ge-
biethes, liegt am rechten Ufer des Isonzo, war ehemahls (seit 1472)
befestigt, und gewährt mit seinen antiken Thürmen einen malerischen
Anblick. G. hat 800 Einw., eine Hauptschule, ein allgemeines Straf«
haus und Seidenspinnerei).
Gradistie (varhelly), siebenbürg. Dorf im Hunyader Comi-
tat des Landes der Ungarn, in der Nähe des eisernen Thorpasses. Beym
Eingänge des Ortes sind die Überreste einer Arena, und weiterhin sieht
man die Trümmer eines Tempels, einer Wasserleitung, eines Bades :c<
und neuerlich wurden auf einer Anhöhe viele griechische und römische
Münzen ausgegraben und andere Alterthümer entdeckt.
Grado, Marktflecken im Görzer Kreise des illyr. Küstenlandes,
nahe am Ausflüsse des Anfora, der hier Padoan genannt wird, uis
Meer, zählt 2, l50 Einwohner.
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie