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G r ä y e r R rc i s . — Gra f .
then alter Waffen, das 180? neu erbaute Rathhaus, das Zeughaus,
das Theater und Redoutengebäude, die Palaste der Grafen Saurau,
Herberstein, A t te ms u. a. Der Schloßberg, nachdem das darauf
befindliche alte Schloß 1309 von den Franzosen bis auf den Glocken- und
Uhrthurm und das Gebäude der Feuerwache zerstört worden war, ist
jetzt zum Theil in Garten und sonstige Anlagen umgewandelt, und zeich-
net sich durch eine reizende Aussicht über die Umgebungen der Hauptstadt
und auf die benachbarten Gebirge aus. Unter den Vorstädten ist, wie be-
reits erwähnt, die Murvorstadt die größte und ansehnlichste, die Münz-
grabenvorstadt aber mit dem schönen Iacominiplatz die schönste, sie hat
viele ansehnliche Gebäude und Oartenanlagm und wird wegen ihrer an-
genehmen Spaziergänge am häufigsten besucht. Die weitläufige Leonhar-
dervorstadt breitet sich auf der Nord- und Nordosiseite des Schloßberges
in einer Ebene aus, die zuletzt in Hügel und kleine Berg? übergeht. Die
schönste Gaffe dieser Vorstadt, der Graben genannt, ist mit artigen Ge-
bäuden und Garten geziert. Zu den besuchtesten Unterhaltungsorten m
G. und der Umgebung gehören das neu und sehr geschmackvoll erbaute
Theater, die Tanzsäle, die Schießstätte, eine der schönsten und bequem-
sten in der ganzen Monarchie, der Feuerwerksplatz im sogenannten Pra-
tsi-, die zahlreichen Gasthöfe und Kaffehhäuser, viele schöne Gärten, vorzüg-
lich aber einegroßeZahlniedlicher und bequemer Landhäuser und öffentliche
Belustigungsörter in den schönen und freundlichen Umgebungen der Stadt,
welche zwischen Wäldern und Gebüschen die angenehmen Hügel bedecken.
Grätzer Kreis, im Herzogtbum Steyermark, hat eine Ausdeh-
nung von 97s geogr. Q. M>, und zählt 286,500 Einw., welche in 6
Städten, 24 Märkten und 775 Dörfern vertheilt leben. In Nordwe.
sten gränzt dieser Kreis an den Brucker Kreis, in Nordostcn an Nieder-
österreich, in Osten an Ungarn, in Süden an den Marburger Kreis,
in Südwesten an Illyrien, und in Westen an den Iudenburger K.vis.
Die Mur durchstießt den O. K. Derselbe hat mehr mittelmäßige, als
hohe Gebirge, die sich nur in Nordosien, an der österr. Gränze, zu
höhern Massen aufthürmen, und umfaßt das,große reizende und höchst
fruchtbare Murthal, hat guten Korn-und Flachsheden, viele undgroße
Fichtenwaldungen, und in der südlichen Hälfte mittelmästigenWeinwachs. -
Graf, Conr., k. k. Hof-Instrumentenmacher, i>? geb. den 17.
Nov. 1783 zu Riedl ing en im ehemahligen Vorder-Österreichische».
Er erlernte die Tischler-Profession und ging nach vollendeter Lehrzeit 179<i
m die Fremde, kam 1799 nach Wien und alsbald zu dem damahls
errichteten Iägcrfreycorps. Nach erhaltenem Abschied verwendete er sich
1301 bey dein Claoiermacher Schelkle in Währing nächst Wien,
1804 war G. schon selbstständiger Clavier-Fabrikant. Seine Anstalt brei-
tete sich rasch aus. Seine Instrumente fanden wohlverdienten vertheil-
haften Ruf und G. erhielt auch aus fernen Gegenden zahlreiche Bestel-
lungen. 1824 wurde ihm nach mehreren Lieferungen an den Kaiser-Hof
der Titel eines Hof-Instrum.'ntenmachers ertheilt. l830 erhielt er zum
Andenken für ein an den Herzog Ma r imil ia n in Bayern geliefertes
Pianoforte die silberne Medaille mit des Herzogs Bildniß als besondere
Anerkennung. O.'s Instrumente zeichnen sich durch, sonoren effectvollen
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie