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Griselini. — Grohmann. 425
heiten vor, z. B. der Kolik, Brustkräinpfe, der Rheumatismen, lc.
endlich auch in Verbindung mit andern Krankheiten z. B. Rheuma-
tismen , Wechselsiebern, Ausschlagskrankheiten, Augenentzündung,
Schlundentzündung u. a. m. Nachdem diese Seuche die meisten Pro-
vinzen der österr. Staaten durchzogen und sich nahmentlich in Wien
über 3 Monathe aufgehalten hatte, wanderte sie nach England und
Frankreich, hinterließ aber bey vielen Individuen von schwacher körper-
licher Constitution , oder solchen, die mit chronischen Leiden behaftet
waren, die unangenehmsten Folgen, welche vielleicht noch durch längere
Zeit gefühlt werden dürften.
Griselini, Franz, geb. 1740, wurde nach Vollendung seiner
Studien bey der k. k. Administration des Temeswarer Banales angestellt
und zeigte so ausgezeichnete ökonom. und technische Kenntnisse, daß er
Secretärderk. k. Mailänder Gesellschaft zur Aufnahme des Ackerbaues, der
Künste und Manufacturen, so wie Ehrenmitglied mehrerer anderer Gesell-
schaften und Akademien wurde. Im Drucke gab er heraus: Versuch einer
polit. und natürl. Geschichte des Temeswarer Banates, 2 Thle. Wien 1780.
— Briefe über allerley Gegenstände aus der Natur und Ökonomie. In
der ital. Bibliothek. Leipz. 1778. — Die Freyheit des Handels mit Le-
bensmitteln, als eine Quelle des Wohlstandes der Nationen, eb. 1779.
Grobnik, Dorf und Schloß im ungar. Küstenlande, in dessen
Nahe das sogenannte Grob nikerfe ld, mit kleinem Gerölle so dichtbe-
deckt, daß es wie besäet erscheint. Vielleicht stand hier einst ein Binnen-
see. Die Bauern dieses Dorfes sind weit umher bekannt durch ihre Ge-
schicklichkeitin Verfertigung zierlicher Einrichtungsstücke aus Nußbaumholz.
Grüdek (Grudek), galiz. königl. Stadt im Lemberger Kreise,
auf einer kleinen Anhöhe zwischen zwey Seen, mit 3,800 Einw. (wor-
unter über 1,100 Juden), die etwas Flachshandel treiben. '
Gröden, ein 3 Stunden langes und 1 Stunde breites Thalim
Botzener Kreise Tyrols, vorzüglich wegen derBildschnitzereyen bekannt,
welche von den Einw. aus dem Holze der Zirbelnußkiefer meist an Win-
terabenden geschnitzt und in mehreren hundert Kisten versendet werden.
Grohmann, Ioh. I os , Staats-und Conferenz-Rath in in-
ländischen Geschäften, Kanzler des Leopold-Ordens, war am 1. Aug.
1753 zu Schönlinde in Böhmen geboren. Seine erlangte Fertigkeit
in der Musik verschaffte ihm im 10. Jahre seines Alters einen Stiftungsplatz
als Singknabe bey denregulirteu Chorherren zu Sagan in Preußisch-
Schlesien, wo er bey den dortigen Jesuiten die Humanitäts - Classen stu-
dirte, dann ging er auf die Universität nach Prag, und wollte sich dem
geistlichen Stande, und zwar jenem der regulirten Chorherren des heil.
Augustin widmen, wie er denn auch zwey Jahrgänge des theologischen
Studiums wirklich vollendete. Allein nach und nach erkaltete seine Nei-
gung für das Klosterleben, und er beschloß, sich den Staatsdiensten im
politischen Fache zu widmen. Er trat 1773 bey der böhm. Landesstelle ein,
ward 1775 daselbst als Accessist beeidet und zeichnete sich durch Präcision
in seinen Arbeiten so aus, daßerbeyder damahls in Prag errichteten Stif-
tungs - Commission als Actuar, und auch bey der unter dem Präsidium
des damahligen Oberstburggrafen Fürsten v. Fürstenberg bestandene»
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie