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Gruber, Greg. — Grüfte der ästerr. Landesfürsten. 433
richtstafel des Sümegher Comitates/ war geb. um 1770 zu Szegedin
in Ungarn. Nachdem er seineStudien vollendet und einigeZeit in Wien
privatisirt hatte/ wurde er als Ecriptor der Szech «ny i'schen ungar.
Meichsbibliothek und endlichals Bibliothekar dergrafl.Appon yi'schen Bi-
bliothek angestellt, kam mit dieser nach Presiburg und wurde 1833
quiescirt. Er gab im Drucke unter andern heraus: Die Neger, Schauspiel,
in 3 Acten. 17^)0. —- Idyllen. 2. Ausg. Wien 1800. — Über Iffland's Mi-
mik, eb. 1801.—Hymnus an Pallas Athene. Preßb. 1L02.—Die För-
sterfamilie, eb. 1803. (Eine liebliche idyllische Erzählung.) — Hymnus an
Pannonia, eb. 1804. — Das Ideal. Penig, 1804.— I^Iogia et Tpi-
erapliicÄ, c^uikusaccedit diaßnosis librurum al) arte t^poßrsplnca
inventa etc. Preßb. 1805. — Pannonia's Sprache, unsern erhabenen
Vätern des Vaterlandes, wegen der zur herrschenden erhobenen vater-
ländischen Sprache geweiht. Pesth, 1806. — Das osmanische Reich geogr.
statistisch und geschichtlich dargestellt. Wien 1811.— Saul, Tragödie in
5 Acten, eb. 1820. —Margit, Drama, Preßb. 1833. Außerdem ist er noch
Verfasser der Beschreibung der Saline zu Ronaszek in Bredetzry's Bey-
trägen, Mitarbeiter an der Wiener-Zeitschrift für Kunst, Literatur,
Theater und Mode, so wie an mehreren andern Zeitschriften, und lieferte
viele Gelegenheitsgedichte und Beytrage zu Almanachen.
Gruber, Gregor, Professor an der Universität zu Wien, war
zu Horn in Niederöstcrreich 1739 geboren, und 1755 in den Or-
den der frommen Schulen getreten, wo er sich ganz dem Studium,
anfangs der schönen Wissenschaften und hierauf der Geschichte widmete,
welche ihn auf die Diplomatik führte. Er erhielt daher 1775 auch an
der damahligen k. k. Savoy'schen Ritterakademie das Lehramt der allge-
meinen Weltgeschichte, wurde 1781 an der vereinigten Theresianisch-
Savoy'schen Ritterakademie Lehrer der Diplomatik, und endlich 17L5
bey eben diesem Lehrfache als öffentlicher Professor an der Wiener hohen
Schule angestellt. Er starb den 20. Apr. 1799. G. schrieb: Lehrsystem der
Diplomatik, 3 Bde. mit Kupf. Wien 1783 — 84. — Auszug aus dem-
selben, eb. 1789. — Abriß akadcm. Verlesungen über die synchronist.
Universalhistorie, eb. 1777. Sein vortreffliches diplomal^ ches Lehrsystem
ist noch jetzt fast das beste Handbuch, nicht mehr im Handel, und doch
nicht wieder im Drucke.
Grüfte der österr. Landesfürsten. Eine der ältesten, welche
zur Aufnahme des ganzen Fürstenstammes bestimmt wurde, ist jene in der
St. Stephanskirche am Ende der alten Chorstühle unter dem Hoch-
altare. Sie wurde 1363 von Herzog Rudolp HIV. laut einer noch vorhan-
denen Urkunde für sich und seine Nachfolger gestiftet, nachdem seine Vor-
gänger in verschiedenen Orten und Kirchen beygesetzt worden waren. Diese
Gruft wurde bis 1576 benutzt und die Herzoge: Rudolph iV. (st.1365),
Georg, Sohn Alberts V. (st. 1435), AlbertHI. (st. 1404), Leo-
pold (st.I4I1)/Albe rt VI. (st.1463)und noch mehrere sind dann begra-
ben. Allmählig kam diese Gruft jedoch der vielen Kriegs-und bürgerlichen
Unruhen in Osterreich wegen gänzlich in Vergessenheit, so daß sie 1645 nur
durch einen Zufall (da sich ein Kammerdiener des Kaisers Ferdinan dl l l .
NahmensSchnepfunweit davon eine Familiengruft erbauen ließ) wie-
Qesterr. Nai. Encykl. Vd. II. 26
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie