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Grün, Milo. — Gselhofer. 435
„er Zeitschrift, dem Morgenblatte, und derSpiNdler'schenDamenzei»
tung, inHormay r'sTaschenbuche, indem von Wendt gegründeten deut»
schen Musenalmanach, dem Berliner Musenalmanach befinden sich Ge-
dichte von ihm. Daß die anonym gedruckten: Spaziergange eines Wie»
ner Poeten, Hamb. 1831, 2. Aufl. eb. 1832, nicht ihn zum Ver-
fasser haben, ist legal erwiesen.
GrÜN, Milo Ioh. Nep., Abt des Pramonstratenserstiftes
Strahow zu Prag, wurde geboren zu Flöh au im Saazer Kreise
Böhmens den 11. Nov. 1751. Die untern Schulen studirte er in Sa a z,
und die Philosophie an der Universität zu Prag, von welcher er mit
der philosophischen und theologischen Doctorswürde beehrt wurde. 1769
nahm er das Ordenstleid an, 1776 wurde er zum Priester geweiht.
Nachdem er lungere Zelt Dechant und Probst zu Ig lau und früher
durch II) Jahre Secretär seines Vorfahrers war, welche Amter er mit
Eifer bekleidete, wurde er 1804 zum Abte des Stiftes Strahow er-
wählt. Ihm hat das Stift die Einführung des theol. häuslichen Studiums
zu verdanken, und durch seine Verwendung kam das Gymnasium zu
Saaz, dem seine Ordensbrüder vorstehen, empor. Als schon erwählter
Abt lehrte er noch 3 Jahre die Moral- und Pastorat-Theologie mit vie«
lem Nutzen und Beyfall im Stifte. Seiner großen Verdienste wegen
ernannte ihn Kaiser Franz 1799 zum Probst, und beschenkte ihn 1809 mit
dem Ritterkreuze des neu errichteten Leopold-Ordens. Er war auch mehre-
re Jahre Director des philosophischen Studiums an der Prager Univer-
sität und Beysitzer des landständischen Ausschusses imKönigreiche Böhmen.
1812 war er Rector Magnificus der Universität zu P r ag.G. starb
am 20. Iän. 1816. Unter seinen vielen kleinen Schriften sind zu nennen:
De laudibus anAelici ecclesiae Doctai-,8 Divi I'liomae ^^uinatis,
Prag 1779. — Sätze aus der Moral- und Pastoraltheologie, eb. 1805,
1806 und 1807. — Eine pragmatische Geschichte Böhmens unter der
Regierung Joseph's I I . mit besonderer Rücksicht auf die Anstalten der
Religion und die Geistlichkeit, und ^,nna1es 3ti-anovien8e5 ließ er in
der Handschrift zurück.
Grulich, böhm. kleine Schutzstadt, ganz an der östlichen Gränze
des Königgrätzer Kreises und Böhmens, mit 2,300 Einw., welche man<
cherley Gewerbe betreiben.
Grundsteuer, s. unter Steuern.
Grybow, galiz. Stadt im Sandecer Kreise, mit 1,400 Ein«
wohnern.
Gselhofer, Carl, Professor der Zeichnenkunst an der k. k. Akade-
mie der bildenden Künste zu Wien , Historien- und Porträtmaler,
durch seine gediegenen Kenntnisse, wie durch seinen vortrefflichen Cha-
rakter gleich ausgezeichnet, ist den 28. Oct. 1779 zu Wien geboren.
Von frühester Jugend an Neigung zur bildenden Kunst fühlend, lernte
er die Anfangsgründe der Zeichnenkunst in der k. k. Akademie und kam
dann in die Schule Füge r's, unter dessen unmittelbarer Leitung er in
allen Theilen der Kunst, besonders in der Miniaturmalerei) bedeutende
Fortschritte machte. Bald darauf erhielt G. die Stelle eines Kammer-
malers bey dem Erzherzog Ludwig, 1819 wurde er zum Professor der
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Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie