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zog Maximi l ian ausOsterreich 1587 entstandenen Kriege als Rittmei»
ster und starb 1618 als fürstlich Hessen'scher Amtshauptmann zu Sonn«
t ra. Von seiner ersten Gemahlinn Ursula von Lücke, Mart ins von
Lucke und Barbara von F r a n k e n b e r g's Tochter, hinterließ er einen
Sohn M o riz. Dieser war geb. am 21. Apr. 1596, starb den 20. Febr.
1680 und hinterließ 5 Sohne, von welchen3, nähmlich I oh an «Chri-
stoph aufHartenstein und Ho h enst ein in Österreich V.O.M.B.,
Urban Ferdinand auf Lamsheim in der Pfalz am Rhein, und
Johann Moriz auf Mühlberg in Thüringen, ihr, der reichsun»
mittelbaren freyen Ritterschaft in Franken, Schwaben und amRheinstro-
me einverleibtes Geschlecht, in 3 Linien, nähmlich in Österreich, am
Rheinstrome und in Thüringen fortpflanzten. — Ferdinand Sieg«
mund Valent in Heinrich von G., geboren den 27. Nov. 1755,
wandte sich 1806 gänzlich in die österr. Monarchie, wo nun auch seine
Linie dem niederosterr. alten Herrenstande einveileibt worden ist.
GÜNS, ungar. königl. Freystadt im Eisenburger Comitat, in einer
an Wein, Getreide und Baumfrüchten sehr reichen und schönen Gegend,
zwischen 2^Hügeln am Flusse gl. Nahmens. Die Stadt an sich ist klein, und
enthält nur 90 Hauser; desto größer aber sind die Vorstädte. Diese b«<
greifen 560größtentheils mitschönen Gärten versehene Häuser. Seit 1723
ist hier der Sitz der königl. Districtualtafel. Die an Umfang nicht bedeu»
tende Pfarrkirche wurde 1620 erbaut; die Iesuitenkirche aber, welche
ein Wr ansehnliches Gebäude ist, zu Anfang des 15. Jahrhunderts von
dem damahligen Reichs-Palatin Nicolaus Gara, welcher zugleich
Herr und Besitzer von G. war, errichtet, und nach Aufhebung des Je«
suiten-Ordens nebst dem Collegium und Gymnasium, den Piaristen,
1816 aber den Benedictinernübergeben.Auch befindet sich hier eineZeich»
nenschule und Mädchen-Lehransialt, nebst einem großen gut eingerich-
teten Waisenhause. Auch die Evangelischen sind durch die kaiserl. Milde
in den Stand gesetzt worden, ein eigenes Bethhaus nebst einer Schul«
zu erbauen, wo die Jugend in der lateinischen, ungarischen und deut«
schen Sprache unterrichtet wiro. Beyde Religionsverwandte haben ihr
eigenes Hospital für alte abgelebte Personen. Am nördlichen Ende der
Stadt steht das fürstlich E szterhäzy'scye Schloß, zu welchem eine
ansehnliche Herrschaft gehört. Eine nicht geringe Zierde dieses Orteo ist
der nahe gelegene, mit Reben bepflanzte Calvarienberg, dessen Kirche mit
2 Thürmen pranget, die auf mehrere Meilen weit gesehen werden. —
Die hiesigen Einwohner sind meistens Deutsche, mit wenigen Ungarn
vermischt und belaufen sich im Ganzen auf 5,400. — In den Kriegen
Ferdinand's von Österreich gegen Johann Zapolya hielt Sultan
So l iman als Bundesgenosse des Letzten, die nur von 700 waffenfähig
gen Männern unter dem wackern AnführerI ur essi ch besetzte Stadt G.
vom 31.Iuly 1532 durch 22 Tage lang umschlossen, und unternahm meh-
rere Stürme, die jedoch alle auf das tapferste abgeschlagen wurden. Die
Türken untergruben und sprengten die Mauern, die Belagerten stellten
sie jedoch mit rastloser Anstrengung stets wieder her, ja die Ianitscharen
drangen bereits durch 4 große Öffnungen, deren eine 16 Ellen breit
war, in die Stadt, wurden jedoch nach mörderischem Gefechte wie°
Österreichische National-Enzyklopädie
Buchstabe E-H, Volume 2
- Title
- Österreichische National-Enzyklopädie
- Subtitle
- Buchstabe E-H
- Volume
- 2
- Authors
- Franz Gräffer
- Johann Czikann
- Publisher
- H. Strauß
- Location
- Wien
- Date
- 1835
- Language
- German
- License
- PD
- Size
- 13.3 x 22.0 cm
- Pages
- 696
- Keywords
- Nachschlagewerk, Biografien
- Categories
- Lexika National-Enzyklopädie